Kaffeerösterei

Kaffeerösterei

Dienstag, 11. Dezember 2018

Welche Inhalte finden wir im Kaffee (Teil 3) - Bücherliste Kaffee und Gesundheit

Literatur zur Tasse Kaffee gefällig? Natürlich über Kaffee

Eine Auswahl aus verschiedenen medizinischen Themenbereichen

Flüssigkeitsbilanz

  • Goldstein ER et al. International society of sports nutrition position stand: caffeine and performance. Journal of the International Society of Sports and Nutrition, 2010

Kaffee und Gesundheit
Broschüren, Zucker, Blutdruckmesser und vielerlei Informationen rund um die Tasse Kaffee.

Am Tisch mit einer schönen Tasse Kolumbien Huila Supremo von Pamojakaffee vereint zu einem Ensemble an Gesundheitsthemen rund um Kaffeegenuss.




Osteoporose

  • Sheng J et al. Coffee, tea and the risk of hip fracture: a meta-anaysis. Osteoporosis International, 2013
Schlaf
  • Carrier J et al. Effects of caffeine on daytime recovery sleep: A double challenge to the sleep-wake cycle in aging. Sleep Medicine, 2009
Herz-Kreislauf
  • Mesas AE et al. The effect of coffee on blood pressure and cardiovascular disease in hypertensive individuals: a systematic review and meta-analysis. American Journal of Clinical Nutrition, 2011
Glukosestoffwechsel/ Diabetes
  • Flögel A et al. Coffee consumption and risk of chronic disease in the European Prospective Investigation into cancer and nutrition (EPIC)-Germany study. European Journal of Clinical Nutrition, 2012
Kopfschmerz
  • Holle D and Obermann M. Hypnic headache and caffeine. Expert review of Neurotherapeutics, 2012
Magen-Darm-System
  • Sinha R et al. Caffeinated and decaffeinated coffee and tea intakes and risk of colorectal cancer in a large prospective study. American Journal of Clinical Nutrition, 2012




Freitag, 30. November 2018

Welche Inhalte finden wir im Kaffee (Teil 2) - Kohlenhydrate und Kaffee

Ist da Zucker in meinem Kaffee?

Jein, denn hier gilt: Roher Kaffee ist nicht gleich gerösteter Kaffee
Zucker wie Saccharosen kommen natürlicherweise nur zu rund 8 % im Kaffee vor. Ausser Sie sind ein Fan von klassischem Zucker, mit dem Sie je nach Belieben ihren Kaffee süssen. Dann wird der Prozentgehalt von Zucker im Kaffee natürlich gleich viel höher. Eine gute Möglichkeit dazu bieten Zuckersticks, zum Beispiel von Südzucker, die man auch als Werbeträger nutzen könnte.

Im heutigen Blog geht es um Zucker etwas anderer Art, nämlich die Bestandteile, die bereits in der Kaffeebohne drin sind. Nach der Röstung sinkt sein Anteil dann aber auf nahezu Null Prozent. Dann gibt es noch die wasserunlöslichen und löslichen Polysaccharide. Nahezu der halbe Rohkaffee ist aus Polysacchariden.


Ein Beispiel für ein Polysaccharid: Zellulose
Was passiert mit Polysacchariden? Wir lesen es ganz einfach im Kaffeesatz, oder?

Statistics first: rund 46% der Anteile im Rohkaffee sind Polysaccharide, während der Anteil nach der Röstung auf lediglich rund 35% sinkt.




Aha, was unlöslich ist, bleibt uns also erhalten: unseren täglichen Kaffeesatz gib uns heute

Auch wenn Kohlenhydrate im Laufe der Röstung starke Veränderungen erfahren, am Ende gibt es wasserlösliche, die verschwinden und solche die am Ende übrig bleiben. Solche Polysaccharide fänden wir im Kaffeesatz, würden wir sie denn suchen. Die Erklärung: Kaffeebohnen haben Zellwände (siehe Grafik oben Zellulose der Pflanzen), die beim Aufguss des köstlichen Kaffees übrig bleiben und bestenfalls als Düngemittel Verwendung finden.

Die gute Nachricht: Kaffeesatz (Trester) mit vielen Anwendungsmöglichkeiten

Gerne können Sie die Homepage von Pamoja Kaffee bei einer guten Tasse Kaffee durchstöbern und dort schmökern, Das Thema "Nutzen von Trester" kann aber bereits hier stichwortartig abgehandelt werden: Energydrink, Geruchsneutralisierer, Schädlingsbekämpfer, Scheuermittel, Abflussfrei und last, but not least: Hautpeeling sollen weitere Nutzungsmöglichkeiten für Trester sein. Ob alle diese netten Mehrwerte tatsächlich funktionieren, kann ich jedoch nicht garantieren.

Freitag, 23. November 2018

Welche Inhalte finden wir im Kaffee (Teil 1) - Einführung

Kann der Genuss von Kaffee gefährlich sein?

Es ist vor allem eine Frage der Dosierung der Kaffeemenge, die man sich täglich zuführt, ob man Wechselwirkungen stärker oder schwächer verspürt. 


Warnung vor Biogefährdung
muss bei Kaffee nicht
gegeben werden
Allgemein geht ein Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) aus dem Jahr 2015 davon aus: "Einzeldosen von bis zu 200 mg Koffein - etwa 3 mg pro Kilogramm Körpergewicht (mg/kg KG) aus allen Quellen sind für die gesunde erwachsene Allgemeinbevölkerung unbedenklich." Dabei sollten Sie auch den indirekten Konsum von Koffein durch z.B. Tee oder Schokolade nicht vergessen und mit einrechnen.

Schwangere sollten jedoch auf alle Fälle vorsichtig sein und während Schwangerschaft und Stillzeit ihren Kaffeekosum deutlich einschränken bzw. völlig auf Kaffee und Koffein verzichten. Dazu werde ich demächst einen eigenen Post veröffentlichen und auf verschiedene Aspekte wie etwa das Frühgeburtsrisiko eingehen.

Stimmen Sie mir zu? Bei mehr als 1000 Inhaltsstoffen schauen wir genau hin
Man sollte schon wissen, was in unserem täglichen Kaffee drinnen ist,
denn es gibt Für und Wider. Deshalb füge ich an dieser Stelle eine Liste von Stoffen ein, die wir mit jeder Tasse konsumieren: Kohlenhydrate, Lipide, Proteine, Chlorogensäuren und andere Säuren, Alkaloide, Mineralstoffe, Aromestoffe und Koffein. Insgesamt mehr als 1000 Stoffe, hätten Sie's gewusst?

Antioxidantien - die guten Helfer im Kaffee
Auch wenn Accrylamid und Furan potenziell als krebserregend gelten, steht dem der Nutzen von Antioxidantien gegenüber. Ihre positiven Auswirkungen, die wir über den Kaffee nutzen sind beispielsweise bei Herz-Kreislauferkrankungen und dem Alterungsprozess zu spüren. Gleichzeitig werden Antioxidantien vorbeugende Eigenschaften bei Diabetes oder Schlaganfall zugesprochen.

Die Wirkmechanismen dieser Stoffe sind vielfältig und werden in kommenden Posts ausführlich besprochen werden
Daneben werde ich ein wenig über die Verstoffwechselung von Kaffee und seine Pharmakokinetik erläutern. Was Kaffee sonst noch so mit uns (Bludruck, Körpertemperatur, Bronchien u.v.m.) anstellt, lesen Sie in Kürze.

Bis dahin und bei einer guten Tasse können Sie gerne bei Pamoja Kaffee schmökern und die verschiedenen Premium Kaffees und Espresso online kennen lernen, die ich Ihnen preiswert anbiete.



Donnerstag, 15. November 2018

Entzieht Kaffee dem Körper Wasser?

Wie man seine Bilanz verbessern kann ohne Wasser?
Verbessern Sie Ihre Leistungsfähigkeit im Beruf um einige Prozent durch zeitlich abgestimmte Einnahme von Kaffee oder Espresso (natürlich von PAMOJA KAFFEE) 





Ich habe mich schon oft gefragt, ob der Genuss von Kaffee ab einer gewissen Menge schädlich ist und der Körper dadurch übermäßig Wasser verliert oder ob vielleicht sogar das Gegenteil der Fall ist?

Nehme ich zum Beispiel den indischen Espresso Monsooned Malabar AA und trinke davon morgens so ein bis zwei große Tassen (weil er auch als Kaffee ganz herrlich ist), dann muss man ja durchaus öfter zur Toilette. Aha, die Nierenfunktion wird angeregt.

Warum ist das wichtig?
Jeder Mensch reagiert anders. Deshalb hilft ein Faktencheck

Kann ja so schlecht nicht sein, denke ich. Aber es beunruhigt den einen oder anderen eventuell dann doch: Was ist mit meiner Leistungsfähigkeit im Beruf, beim Sport? Kann ich davon krank werden, wenn man gleich so viel Wasser ausscheidet?

Ich denke, Sie stimmen mir zu wenn ich da ein paar Nachforschungen anstelle?
Weltweit gibt es dazu die verschiedensten Studien. Zusammenfassend kann Entwarnung gegeben werden. Im Gegenteil, es scheint so zu sein, dass der tägliche Kaffeegenuss zu 100% der täglichen Zufuhr von Wasser zugerechnet werden kann.

Das Beste kommt noch - und zwar nach 30 Minuten
Einfach ausprobieren. Bei der Arbeit habe ich es gemerkt, im Sport muss ich noch auf die Verbesserung warten

Etwa 30 Minuten nachdem Sie Espresso oder Kaffee getrunken steigt ihre Leistungsfähigkeit signifikant an. Das hat mir persönlich bei der Bewältigung von Routinearbeiten im Büro geholfen, aber auch bei der Ausformulierung von Ideen.

Kaffeetrinken kann Sie zu verbesserter Leistungsfähigkeit in Beruf oder beim Sport führen. 
Und fällt höchstwahrscheinlich noch nicht einmal unter Doping.

Und das ist noch nicht alles
Weiterführende Informationen

Für die Leseratten unter Ihnen möchte ich auf weiterführende Literatur verweisen, die Sie bei www.pamojakaffee.de unter Aktuelles (im ersten Reiter ganz unten) finden können.






Dienstag, 10. Juli 2018

Kaffee des Monats Juli 2018

UNSERE EIGENE PAMOJA MISCHUNG 
KENIA TOP PROJEKTKAFFEE UND KOLUMBIEN HUILA SUPREMO

Es ist wieder mal soweit und wir stellen euch eine unserer eigenen Mischungen vor. Das geht deshalb so gut, weil man sich bei PAMOJA Gemein.gut KAFFEE ja vorher klar ist, was in den Tüten drin ist.

AFRIKA TRIFFT LATEINAMERIKA: UND DAS ALLES AM EIGENEN KÜCHENTISCH
Bei der heutigen Mischung befindet sich mit einem Anteil von 20 Prozent etwas brasilianischer Santos beim kenianischen Top Projektkaffee. Ginge es um meinen persönlichen Geschmack, dann bräuchte es diesen Blend nicht. Aber, mal ganz ehrlich: dann ist die Säure des kräftigen Kaffees aus Kenia schon ganz schön heftig. Mit dem Santos rundet man das Geschmacksprofil schon ein wenig ab, was sicher den meisten Kaffeegeniessern entgegen kommt.

Mehr braucht es nicht für den heutigen Glücksmoment
SÜSS-SAUER GIBT ES AUCH BEIM KAFFEE
Der lateinamerikanische Anteil unserer heutigen Mischung ist dagegen sortenrein. Somit ergibt sich bei 50:50 Mischung eine interessante Kombination aus Säure, etwas Schokolade und Karamel. Es ist immer schwer das zu beschreiben, aber probiert es einfach selbst.

Dienstag, 26. Juni 2018

Mit PAMOJA Gemein.gut Kaffee im Bad Tölzer Pop-up Shop

Auch als Onlineshop Präsenz zeigen mit Kaffeeverkostung bis zum 14. Juli 2018

Anlässlich des 1. Tölzer Popup-Shops nimmt unser genossenschaftlich orientierter Kaffeehandel an dieser Zwischennutzung im ehemaligen Trachtengeschäft direkt an der Isarbrücke teil. Gleichzeitig kümmern wir uns um den Aufsteller des Genossenschaftsverbands Bayern (GBV), für den wir hier die Vertretung darstellen und gerne Fragen beantworten.

Öffnungszeiten des Ladens am Amortplatz in Bad Tölz

Immer Do - Sa und dann zu den üblichen Ladenöffnungszeiten präsentieren sich hier rund 15 Startups der Öffentlichkeit.

Unsere PAMOJA Kaffee Ecke im Pop-up Shop mit minimalistischem Messebau

PAMOJA Gemein.gut Kaffee verkauft Premiumkaffee günstig und gemeinwohlorientiert. Dabei können wir auf eine mehr als zehnjährige Tradition zurück blicken. In diesem Zeitraum haben wir bereits Kaffees der Spitzenklasse verkauft. Bis vor einem halben Jahr jedoch zu wesentlich höheren Preisen zwischen 25 und 30 Euro je Kilogramm Kaffee. Bei PAMOJA Gemein.gut Kaffee gibt es jetzt alle Sorten jeweils etwa 10 Euro günstiger.

An unserem PAMOJA Gemein.gut Kaffee Stand: kompetente Infos und leckerer Kaffee

Unser Stand hat die wichtigsten Botschaften gleich in zweifacher Hinsicht anschaulich gemacht. Die PAMOJA BOX Versandkartons sind weithin sichtbar an die Wand geschraubt. Darauf befinden sich an der Stirnseite die wichtigsten Botschaften von PAMOJA KAFFEE. Davor dann noch unsere neue Kaffeemaschine zur Verkostung der Besucher und, last but not least, die Kaffees die - nicht wie beim Onlineverkauf, wo ab 5 kg bestellt werden kann - während der Dauer des Pop-up Shops bis Mitte Juli auch einzeln erhältlich sind. So kann man probieren ohne gleich eine größere Bestellung zu machen.


Genossenschaftlicher Ansatz verbindet Konsumenten mit Erzeugern

Nachdem es PAMOJA KAFFEE nun zirka ein halbes Jahr gibt, haben wir rund 100 zufriedene Kunden. Kein Wunder, denn bei etwa 40 Prozent niedrigeren Preisen bekommen sie langzeitgeröstete Spitzenarabicas aus drei Kontinenten. Bei etwa 500 Kunden soll dann die Genossenschaft gegründet werden. Ziel der Genossenschaft: die Mitglieder entscheiden über die eingekauften Kaffees und die angemessene Entlohnung der kaffeeproduzierenden Kleinbauern. Das kann eine Verzehnfachung des Einkommens der Bauern bedeuten. Gleichzeitig wird die Ware bei Lieferung bezahlt und nicht wie heute üblich rund acht bis neun Monate nach Ablieferung beim weiterverarbeitenden Betrieb.

Freitag, 1. Juni 2018

Nur keine Panik: TÜV abgelaufen und Happy End mit einer kräftigen Tasse Kaffee aus Kenia

Heute mal was, das nix mit Kenia zu tun hat
Alt, aber gut: Opel Astra G

Mein Auto ist alt und das ist gut so. Der Idealfall ist dann eingetreten, wenn ich die Motorhaube aufmache und an mehreren Stellen auf die Straße sehen kann. Nicht irgendein supertolles PS-Monster, das komplett verbaut ist, sonder schöne, solide mechanische Teile, ein wenig Elektrik und viel Enthusiasmus immer wieder mal die Flüssigkeiten zu checken, gegebenenfalls zu wechseln. Und vor allem: in der Lage sein selbst noch was zu reparieren und nicht für jedes kleine Lämpchen zum Fachhändler müssen, das halbe Auto zerlegen und dann sündteure Birnchen für summa summarum geschätzte 250 Euro auswechseln. Dann schon lieber alles selber machen und dabei leckersten Kaffee geniessen (zum Beispiel vom gesparten Geld) und sich sozusagen permanent selbst belohnen.

Moderne Kfz und unsere Gesetzgebung: man kann nur den Kopf schütteln

Ok, Innovationen sind wichtig. Aber unser Gesetzgeber drückt im Sinne der Automobilindustrie beide Augen zu, wenn es um sicherheitsrelevante Teile geht.

Anders kann ich mir nicht erklären, dass es die oben beschriebenen Lämpchen und Lösungen gibt. Angenommen, mitten in der Nacht fällt bei meinem Fahrzeug auf einer dunklen und unübersichtlichen Landstrasse ein Scheinwerfer aus. Genau dann muss es mir doch möglich sein, schnell und unkompliziert das Birnchen auszuwechseln. Licht ist doch ein absolut sicherheitsrelevantes Teil. Weshalb man hier unbedingt Hightech benötigt, soll mir mal einer erklären, wenn man damit keine Lösung für die beschriebene Situation hat?

Gesetzgebers Wille: Rotte Bremsleitungen statt nichtrostende Sicherheitsgaranten

Auch so ein Teil, wo man nur den Kopf schüttelt. Weshalb schreibt der Gesetzgeber nicht vor - zumindest als aufpreispflichtiges Extra - nichtrostende Bremsleitungen aus Edelstahl zu verbauen?

Ich bin überzeugt, dass der Aufpreis bei einer Massenfertigung überschaubar bleibt und sehr viele Autofahrer gerne so ein sinnvolles Extra dazu bestellen.


TÜV abgelaufen, was nun?

Diese grüne Plakette im Mai 2018 ist nach einer Hauptuntersuchung (HU) leider nicht das Traumergebnis.

Denn auf ihr steht zu lesen: Fälligkeit im April 2018. Oder ganz banal: es wurden Mängel fest gestellt. Eine Nachuntersuchung ist fällig.

Gott sei Dank ein altes Auto: Die Reparaturen halten sich in Grenzen. Bis auf die Bremsleitungen hinten, die ich dann doch lieber vom Fachmann machen lasse, sollten die restlichen Mängel schnell behebbar sein.

Als da wären: Bremsscheiben, Bremsbeläge, Spurstangenköpfe.



Kriterium bei der Hauptuntersuchung - das Tragbild der Bremsscheiben

Obwohl am Bremsenprüfstand alles in Ordnung war, gab es doch die folgende Beanstandung: bei beiden Bremsscheiben Tragbild mangelhaft (erheblicher Mangel: EM). Im ersten Moment ein wenig unverständlich. Hat man die Bremsscheiben dann ausgebaut, kann man mit dem Befund EM ganz gut leben.



Das ist das benötigte Werkzeug für die Reparatur von Bremsen und Spurstangenköpfen (und viel Geduld beim Lösen der Schrauben): 




Und so sehen die alten Teile aus: einer der beiden ausgeleierten Spurstangenköpfe, abgenutzte Beläge (obwohl die noch ok gewesen wären, alle vier getauscht) und die beiden beanstandeten Bremsscheiben.



Nach dem Einbau der neuen Bremsleitungen durch die Fachwerkstatt, erneute Vorführung beim TÜV. Man sollte sich da nicht stressen lassen und meine persönliche Erfahrung war in Ordnung. Die Prüfer machen halt ihren Job und helfen mir mit einer Bestandsaufnahme meines Opel Astra.


Hauptuntersuchung § 29 STVZO (Nachprüf.)
Ergebnis: ohne festgestellte Mängel








Und dann gibt es zu meiner Erleichterung jetzt auch die richtige Plakette in blau für Mai 2020. Schöne Farbe!






Neuer TÜV und frischer Kaffee passen hervorragend zusammen

Da sollte man sich dann ruhig ein gutes Tässchen Kaffee brühen und sich freuen, dass man ein älteres Fahrzeug auf der Strasse gehalten hat. Ein Fahrzeug, das genau das tut was es soll: es bremst und fährt. Was will man mehr?


Kein Stress mit dem TÜV und den Kaffee erst
 fünf Minuten in der French Press ziehen lassen
Noch mal in Ruhe den alten Bericht anschauen, mit dem neuen Papier vergleichen, den Kaffee in die Tasse gießen und dann Genuss pur: der überaus bekömmliche, starke kenianische Top Projektkaffee von Pamoja Gemein.gut Kaffee.


Ist doch alles kein Problem: der TÜV
wäre gemeistert für dieses Mal















Dienstag, 22. Mai 2018

Gewerbliche Einfuhr von Kaffee nach Deutschland

Die Umgehung von Einfuhr- und Zollvorschriften: Kein Kavaliersdelikt, aber oftmals ein Delikt von renommierten Geschäftsleuten

Kleine Fische, große Haie

Gelegentlich steht es so oder ähnlich in der Zeitung: "Zoll erwischt Schmuggler mit 500 Kilogramm Kaffee". Bereits hier kann ein findiger Schmuggler an der gesparten Röstkaffesteuer einen Gewinn von knapp 1100 Euro einstreichen. Je nachdem wie die Steuersätze dafür in dem Land aussehen, aus dem die Bohnen (illegal) eingeführt wurden. Sein persönliches Risiko: hoch.

Beispielbild: Schmuggelversteck (www.zoll.de)

Aber lassen Sie mich einmal diese kleineren Steuersünder ausser Acht und der Frage nach gehen, wie man richtig unter Umgehung der deutschen Zollvorschriften beim Import von Kaffee absahnen kann, ohne Gefahr zu laufen persönlich aufgegriffen zu werden: Man schliesst ein Abkommen mit einer oder am besten gleich mehreren Regierungen im benachbarten Ausland, wobei es nur teilweise auf EU-Zugehörigkeit ankommt.

Double Irish with a Dutch Sandwich

Unter dem Stichwort Double Irish with a Dutch Sandwich könnten Sie eine Recherche starten und relativ rasch fündig werden, welche Unternehmen da in Frage kommen. Alles ganz legal (zumindest solange die EU nicht das Gegenteil findet), dennoch genauso mittelmäßig wie die Kaffeeerzeugnisse dieser multinationalen (denn darauf kommt es an) Unternehmen. Irrungen und Wirrungen und soviel Verstrickungen, dass der brave deutsche Steuermichel vor Scham errötet.
Es ist eben nicht alles Käse was hierher kommt, auch Kaffee aus Holland findet so seinen Weg zu uns in die allseits beliebten städtischen Filialen der Kaffeeexperten mit dem nordamerikanischen Flair.

Röstungen und Steuern vermeiden im Ausland

Wohin mit dem ganzen Geld, das man so erwirtschaftet? Gewinne sollen doch vermieden werden. Richtig: weitere Gesellschaften in weiteren Ländern fungieren als Muttergesellschaften ("Wer hat's erfunden?" lautet beispielsweise ein Werbeslogan im bezug auf eines dieser Länder) und nehmen Lizenzgebühren.

Was soll da der regionale, noch nicht mal nationale Erzeuger von Kaffee machen, wenn Wettbewerb in Recht und Praxis so aus den Angeln gehoben wird? Kaffee einführen und Kaffee verzollen ist doch nur was für Kaffeeröster ohne angeschlossene Rechtsabteilung.

Freitag, 2. Februar 2018

Was ist eigentlich Gemeinwohl mit Public Value oder Gemeinwohl Ökonomie?

Begriffsvielfalt - Zufall oder konsequent?

Ich habe versucht meine Idee über das Gemeinwohl in einen Rahmen zu bringen, der aus wissenschaftlicher Forschung, aber auch allgemeinen Informationen besteht. Ich gehe gestärkt aus dieser Recherche und habe nun mehr Gewissheit, dass PAMOJA Gemein.gut Kaffee wohl in irgendeiner Form Aspekte der Diskussion aufgreift und gleichzeitig etwas anderes ist.

Die Begriffe in Kürze

Aus der Vielzahl der Fundstellen möchte ich kurz auf die zwei Modelle eingehen, um dann mein Verständnis von Gemein.gut darzustellen. Denn eigentlich könnte Gemeinwohl am Ende (auch wenn es die gemeinsame Interaktion vieler individueller Mitmacher erfordert, was die Sache erschweren könnte) etwas ganz Einfaches sein.

Gemeinwohl - GemeinwohlAtlas - Public Value

Einen wissenschaftlichen Ansatz liefert die Universität Sankt Gallen in der Schweiz, die den Public Value Ansatz eingeführt hat, auf dem der 2014 erstmals erschienene GemeinwohlAtlas basiert. Interessant dabei ist die Herangehensweise und die Möglichkeit, Kriterien des Ansatzes kennen zu lernen. Mit der Einführung eines GemeinWohl-Score wird versucht Aussagen erfassbar und statistisch messbar zu machen. Eine Fragestellung lautet beispielsweise wonach eine Organisation bewertet wird. Dann werden die repräsentativen Umfragen zu Gemeinwohl, Aufgabenerfüllung, Zusammenhalt, Lebensqualität und Moral mit Zahlen unterfüttert in dieser Studie.

Was mir daran nicht gefällt und was eben nichts mit Wertschöpfung in Händen der Konsumenten zu tun hat, findet auch Anklang in einer Textstelle bei Wikipedia, die sich so liest:

"Die Rückführung des Gemeinwohls auf die Bewertung durch die Bevölkerung stellt 
eine Besonderheit des GemeinwohlAtlas dar und folgt der theoretischen Festlegung, dass 
Gemeinwohl nicht auf der Basis von "Fakten" durch Experten bestimmbar ist, sondern erst 
durch die Wahrnehmung und Wertschätzung in der Öffentlichkeit entsteht."

Anders ausgedrückt wird hier das Pferd von hinten aufgezäumt. Firmen und Organisationen, die bereits seit langem existieren, werden hier im Spiegel der öffentlichen Wahrnehmung in ein Ranking aufgenommen. Das Ranking bietet so wenig Überraschendes. Des weiteren gefällt mir nicht, dass bekannte Firmen hinter der Studie stehen beziehungsweise damit in Zusammenhang gebracht werden könnten.

Mir würde eben genau diese Definition von Gemeinwohl auf der Basis von Fakten zusagen. Einfach allein schon aus dem Grund, mit etwas Greifbarem arbeiten zu können und darauf aufzubauen.

Gemeinwohl Ökonomie

Im Selbstbeschrieb auf der Gemeinwohl Ökonomie Homepage kann man lesen, dass das ein Wirtschaftsmodell mit Zukunft sei. Ich persönlich bleibe gleich am Anfang bei der Vision hängen, weil hier viel Schwammiges, nett verpackt, präsentiert wird. Gerade die Grafik zeigt mir, dass die Zivilgesellschaft - wir Alle - zu kurz kommt. Alles Absichtserklärungen und mit einem beindruckenden Zahlenwerk. Interessant finde ich allerdings, dass eine zitierte Seite auf der eigenen Website von Gemeinwohl Ökonomie nicht zu finden war, die Belege liefern sollte (https://www.ecogood.org/de/community/regionalgruppen/). Vielleicht mein Fehler, keine Ahnung? So fehlt der Beleg für die an anderer Stelle der Website gemachten Aussagen: 


"Seit der Entstehung 2010 haben sich über 2.200 Unternehmen, über 160 Organisationen 
und über 9.000 Personen der Initiative angeschlossen. Rund 100 Regionalgruppen 
(Stand Juni 2017) haben sich gebildet. Schwerpunkte bilden dabei die DACH-Staaten,
 weitere Staaten in Europa sowie in Südamerika."


Konsumenten als Eigentümer mit den direktesten Verbindungen zu den Erzeugern

Mein persönlicher Wunsch ist es, dass kritische Konsumenten den Handel selbst in die Hand nehmen und so mehr Einfluss nehmen können. 

Jeder Zwischenschritt der Wertschöpfungskette, der entfällt, bedeutet einen Gewinn für die Gesellschaft. Sowohl Hersteller als auch Konsumenten, egal wo auf der Welt, haben daraus den besseren Nutzen.

Es geht nicht um die Schaffung immer neuer Strukturen und Organisationen, es geht nicht um Verschachtelung und ein verwirrendes Netzwerk der profitorientierten Wertschöpfung. Es geht um das genaue Gegenteil: Effizienz durch direkteste Handelsbeziehungen.

Donnerstag, 11. Januar 2018

Eigentümerkonsumenten krempeln die Ärmel hoch und kaufen Kaffee direktest

Gestörte soziale Beziehungen stören das Handeln der Menschen
Wir leben in Zeiten der Polarisierung innerhalb der Gesellschaft. Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer, die Mittelschicht steht am Scheideweg. Ein sich auftuendes, neues Hamsterrad das nur wenige Gewinner kennt. Muss das sein?

Es geht um nichts Geringeres als zu beginnen und selbst aktiv zu werden
Weg mit der ideologischen Brille und hin zu eigenem Handeln. Das für sich hätte nun auch wenig Wirkung und die Menschen tendieren im allgemeinen zwar zu Herdentum, aber eben zu geführtem Herdentum. Aktives Handeln allein würde mit diesen Vorzeichen keine Bedeutung haben.

Das eigene Handeln bedarf einiger Vorüberlegungen
Die erste Überlegung lautet: Auf welchem Gebiet möchte ich etwas ändern?
Wir konsumieren täglich alle Arten von Waren. Existentiell sind dabei buchstäblich Lebensmittel, über die wir sowohl die qualitative als auch die preisliche Kontrolle nahezu vollständig verloren haben.

Dankbarkeit gegenüber Zertifizierern und Multis ist unangebracht
Denn wir stehen an letzter Stelle in deren Wertschöpfungskette an kumulierten Einnahmen. Nicht umsonst befinden sich sehr viele Veredelungsstufen in Händen der Multis. Weshalb unterwegs andere am Geschäft teilhaben lassen und gar die Macht verlieren? Nicht mehr und nicht weniger. Ebenso ergeht es den Lieferanten der Waren. Je ungebildeter, desto besser für die Vermittlerkaste. Hier kommen die landwirtschaftlichen Erzeuger der dritten Welt ins Spiel. Weshalb zeigen Langzeitstudien, dass Bauern, die am Fair Trade Geschäft teilhaben nach zehn Jahren schlechter dastehen als ihre konventionell arbeitenden Kollegen? Weshalb sterben in manchen Regionen der Welt Bauern, die zertifiziert sind, weil ihre Kollegen auf anderen Kontinenten Überschüsse an fair gehandeltem Kaffee in den Markt werfen? Die Antwort auf beide Fragen; Nicht zuletzt, weil ihnen das Verständnis für eine sachgerechte Handlungsweise in der Vermarktung ihrer Erzeugnisse fehlt.

Das ist Pamoja: Wertschöpfungskette gemeinsam in unser aller Hände ohne Zwischenhandel
Aktiv werden bedeutet also schlicht, aber ergreifend eines: eine Wertschöpfungskette zum Nutzen aller bilden, die produzieren und konsumieren. Für uns als Konsumenten bedeutet das zu den Eigentümern unserer Waren werden durch eigenes finanzielles Engagement, um so zu einer vernünftigen Risikobewertung zu gelangen.

Es ist ein ganz schönes Stück Arbeit, aber nicht unmöglich den Kaffeehandel wieder auf den Boden zu stellen. Pamoja - ein Begriff aus Ostafrika - ist dabei ein wichtiges Leitmotif (sic): Pamoja bedeutet Gemeinsam handeln.

Erster Pamoja Schritt: Gemeinsam aufräumen und bei Null anfangen
Wer Platz für Neues schaffen will, muss zunächst aufräumen. Das ist im Gestrüpp von Fair Trade und Biolabeln mit allen ihren Zertifikaten und Merchandisingprodukten nicht anders. Bevor wir nun in eine Kategorisierung von "sehr gut" bis "sehr schlecht" einstimmen, lieber die Fenster auf, frische Luft rein und alle Labels und Ideologien raus aus unseren Köpfen!

Zweiter Pamoja Schritt: Abschaffung des Gutm* und Warm-glow Effektes
Warum gibt es überhaupt Gutm**? Vor allem, weil es die Psychologie gibt. Gutm** wollen einfach am liebsten nur gute Sachen machen. Dabei fehlt es ihnen aber sehr häufig an Kompetenz. Beispielsweise kennen sie die Erzeuger der Waren nicht, die sie einkaufen. Diese Ignoranz kompensieren sie mit dem tieferen Griff in den prall gefüllten Geldbeutel. Altruismus oder einfach nur "Warm-glow Effekt" wie das die Psychologen nennen? Egal.

Und genau an dieser Stelle kommen die schlauen Manager der Fair Trade Industrie ins Spiel. Sie bieten sich an, diese Wissenslücke mit schönen Prospekten zu füllen. Mehr noch. Sie handeln für uns. Leider nach Spielregeln, die wir nicht kennen. Das Resultat: keine messbaren Ergebnisse nach mehr als einem Vierteljahrhundert. Das wiederum ist erklärbar, denn es gibt gar keine Aufzeichnungen zu den Auswirkungen des fairen Handels, etwa bei den Kleinbauern.

Pamoja ruft alle auf Verbraucher auf: Sei Eigentümerkonsument und nehme direkteste Handelsbeziehungen mit den Erzeugern auf
Wem es jedoch mehr um die erlebbaren Effekte des Warm-glow geht, wie der Anhäufung sozialen Kapitals, hohem Ansehen bei Freunden, Kollegen und Untergebenen, muss hier zurück in den Labelwald und Nebelkerzen anzünden.

Zusammenhänge besser verstehen, statt Heilsversprechen übernehmen
Es ist immer die richtige Zeit bestehende Systeme zu reformieren. Das derzeitige System im Kaffeehandel ist zu teuer und bedarf grundsätzlicher Erneuerung zum Wohle der erzeugenden Kleinbauern und zum Nutzen für uns alle als Konsumenten. Ersatzlos müssen aus diesem Grund in der Wertschöpfungskette diejenigen Faktoren gestrichen werden, die die Kosten erhöhen und gleichzeitig keinen zusätzlichen Nutzen für die Zielgruppen - wir und die Erzeuger - generieren.

Somit ist es Zeit sich von Organisationen zu trennen, die vorgeblich fairen Handel und Lebensmittelsicherheit garantieren. Beispielsweise hatten Fair Trade Organisationen mehr als ein Vierteljahrhundert Zeit Nachweise der Zielerreichung zu erbringen. Das Gegenteil ist eingetreten. Die Ärmsten der Armen konnten ihre Situation nicht verbessern. Ihre Zahl ist gestiegen und ihre Situation hat sich sein 25 Jahren stetig verschlechtert. Was davon wurde aktiv an uns kommuniziert?

Die Kosten laufen aus dem Ruder bei den Organisationen, die selbst keine Aussagen machen können. Eine kritische Selbstüberwachung mit Kostenkontrolle zur Steigerung der Effizienz ist nicht möglich. Das hat einen einfachen Grund: es existieren keine Aufzeichnungen.

Während sich die Kosten für die Bauern in diesem Zeitraum verdreifacht und vervierfacht haben, passierte auf deren Einkommensseite in dieser langen Zeit fast nichts oder hat sich verschlechtert.

Der gar nicht so faire Einzelhandel
Studien zeigen, dass von extra vereinnahmten Geldern wie etwa ein "fairer" Aufschlag auf eine Tasse Kaffee kaum etwas weiter gereicht wird. In Zahlen: 98% verbleiben in den Taschen der Anbieter, lediglich 2% erreichen ihr Ziel. Das bedeutet bei einem angenommenen "fairen" Aufschlag auf eine Tasse Kaffee von 10 Cent, dass 0,2 Cent an ein Projekt oder Kaffeebauern weiter gereicht werden, während 9,8 Cent davon in die eigenen Taschen wandern. Ganz klar: Eine Abart des Warm-glow Effekts.

Last, but not least: Korruption
Ich möchte es ganz allgemein formulieren: Ein System, das als Vermittler zwischen zwei schwachen Parteien auftritt, keine verwertbaren Zahlen oder Statistiken liefert, stets steigende Kosten für Verwaltung und Prüfungen vorsieht und sich auch nicht auf konkrete Zusagen festlegen lässt, ist in gewisser Weise ein ideales System: Ideal nämlich der Korruption anheim zu fallen.

Deshalb: Nur die direkteste Verbindung zwischen Hersteller und Konsument zählt und ist die Maxime des Handelns bei Pamojakaffee
Nur eine Wertschöpfungskette ohne Zwischenhandel ist in der Lage eine starke, belastbare und dauerhaft stabile Handelsbeziehung zwischen den Kleinbauern und uns allen - den Konsumenten - herzustellen. Diese Wertschöpfungskette ohne Zwischenhandel ist es, die beste Preise für die Verbraucher garantiert und zugleich den Bauern einen angemessenen Lohn für ihre Arbeit gibt.

Pamoja Gemein.gut Kaffee und Eigentümerkonsumenten haben dieses Ziel.









*enschentum
**enschen

Mittwoch, 10. Januar 2018

Ist Fair Trade ein geeignetes Mittel zur Reduzierung von Armut kenianischer Kaffeebauern?

Der unheilvolle Beitrag von Fair Trade und Gutmeinenden*


Armut, Verelendung und Tod bei Kaffeebauern
Sobald sich jemand ernsthaft mit dem Problem der Verelendung in Ländern der Dritten Welt beschäftigt und bereit ist einen eigenen Beitrag zu leisten für eine gerechte, sozusagen faire Welt, kann man davon ausgehen, dass er Gutes unterstützen oder sogar selbst leisten möchte.

Das Problem ist jedoch, dass gute Absichten nicht deckungsgleich sind mit einfachen Wahrheiten der Ökonomie beziehungsweise Zusammenhängen, die erst durch das "gute Handeln" erzeugt werden.

Aufklärung und Information tut Not. Einerseits um zu einer realistischen Einschätzung von sogenanntem fairem Handel zu gelangen und andrerseits um möglicherweise echte Handlungsalternativen für diejenigen aufzuzeigen, die mehr erreichen wollen als Teil einer weltumspannenden Marketingidee zu sein.

Ein Missverständnis ist es, den Fair Trade-Begriff mit fairen Handelsbedingungen gleichzusetzen. Diese kommen im Handelsverhältnis von Ländern untereinander zum Einsatz. Oder auch nicht, je nachdem wie geschickt man die "Terms of Trade" aushandelt oder auslegt.

Dass Kaffee das erste Produkt einer langen Liste von Fair Trade Produkten wurde, ist erwähnenswert. Weniger aus sentimentalen Neigungen, aber vielmehr als anschauliches Beispiel für den Zusammenhang von Weltpolitik und Faktoren, die den Handel mit landwirtschaftlichen Produkten beeinflussen.

Kalter Krieg und Angst vor dem Kommunismus
Wie war das eigentlich vor Einführung der Marke Fairtrade aber auch des Fair Trade Ansatzes im allgemeinen?

Um Kaffeeproduktion und entsprechenden Protektionismus zu lenken, wurde das International Coffee Agreement (ICA), nichts anderes als ein Quotensystem, 1962 eingeführt. 1989 kollabierte das System aus verschiedenen Gründen. Zum einen ein verändertes Konsumentenverhalten und eine veränderte Nachfrage nach den feineren Arabica-Kaffees. Daraus resultierend Unstimmigkeiten bezüglich der Quoten zwischen einigen Herstellerländern und den Exporteuren. Zufall oder nicht: dem Zerfall der Sowjetunion und den Veränderungen in der geopolitischen Großwetterlage folgte etwa zeitgleich eine geringer werdende Angst bei westlichen Ländern vor den Bedrohungen des Kommunismus. Genau das hatte jedoch Einfluss auf das Verhältnis zu den kaffeeproduzierenden Ländern.

Und auch noch das: Natürliche Ursachen für Preisvolatilität des Kaffees
Unwetter führten in der Mitte der 1990er Jahre zweimal zu riesigen Ernteausfällen, ebenso des öfteren in den Zehnerjahren des 21. Jahrhunderts. So entstanden neue Märkte in Asien, wie etwa in Vietnam. Die Kaffeeindustrie nutzte geschickt das Momentum und füllte die Lücken aus, die durch die schwächelnden Länder, etwa in Südamerika entstanden waren. Seitdem wird der Markt zunehmend mit Kaffee aus Asien überschwemmt. Der Kaffeepreis wird als flexibel bezeichnet.

Boden für das Fair Trade Marketing ab Mitte der 1990er Jahre bereitet
Grob gesagt waren das Ende des kalten Krieges und Unwetter die Wegbereiter für Fair Trade Euphemismen und Illusionen. Es boten sich ungeahnte Chancen für das Eindringen in einem bisher geregelten Markt und zur Umverteilung. Für Wachstum, wohlgemerkt bei den Importeuren, war gesorgt.

Was bedeutet Fair Trade für die Kaffeebauern?
Wie so oft kann gesagt werden: Es kommt darauf an. Aber bei unserer Betrachtung gehen wir ja von der Prämisse aus, Bauern in afrikanischen Ländern, wie Kenia zu helfen. Sie sollen bessere Preise und ergo ein besseres Leben aus ihrer Arbeit mit Kaffee bekommen.

Wie kann es also - ganz nüchtern gesagt - möglich sein, die Verbesserung der Einkommen von Kleinbauern zu erzielen, wenn man eine Organisation gründet, die zunächst und in der Folge andauernd Geld verschlingt? Wie passt das zusammen? Richtig, es passt überhaupt nicht zusammen.

Voraussetzungen zur Teilnahme an Zertifizierungen des Fair Trade
Zunächst schlägt für die Kleinbauern die Entrichtung einer Aufnahmegebühr von rund 600 US-Dollar zu Buche. Dass oftmals Kooperativen hier die Führerschaft übernehmen hilft den Bauern dabei überhaupt nicht. Gleichzeitig ist nicht gewährleistet, dass Kooperativen im Interesse der Bauern agieren. Hier ist Kenia ein unrühmliches Beispiel.

Die jährlichen Inspektionen und Zertifizierungen rufen weitere Kosten hervor. Je nach Betriebsgröße beziehungsweise Absatzzahlen, kann man - Jahr für Jahr aufs Neue - von  etwa 1000 US-Dollar bis über 4000 US-Dollar an Gebühren sprechen, die die Bauern zahlen müssen. Kurz: Fair Trade lässt kein Geld  für die Kleinbauern übrig. Die Fair Trade Organisationen geben den Bauern im Gegenzug keine Garantien für den Absatz ihrer Produkte. Wussten Sie das?

Lieber nicht-fairen Kaffee trinken, oder?
Wen würde es da noch wundern, wenn die Bauern nach Alternativen suchten?
Lieber Konsument, trinken Sie deshalb ruhig Kaffee, der nicht fair gehandelt wurde, denn er stammt von den gleichen Feldern der selben Bauern, die alle Absatzkanäle zur Existenzsicherung nutzen müssen.

Fair Trade ist ein Garant für Verarmung und Tod
Das passiert immer dann, wenn Kaffeebauern aus lateinamerikanischen Volkswirtschaften, die das rund 50-fache Bruttoinlandsprodukt und mehr als ihre afrikanischen Kollegen haben können, auf den Fair Trade Zug aufspringen. Das bloße Versprechen, dass fair gehandelter Kaffee mehr Geld einspielt, lässt im Anschluss die Produktion in Ländern wie Mexiko oder Peru anschwellen. Weil sie "reicher" sind, wissen sie nicht nur wie man eine Ertragssteigerung erreicht. Sie haben auch die technischen Mittel dazu. Davon könnten kenianische Bauern nur träumen. Dazu fehlt Ihnen die Gelegenheit im Kampf ums nackte Überleben.

Achtung banal: Zahlen & Statistik
Eine ökonomische Wahrheit ist es, dass ein Prozent mehr Kaffee im Markt die Preise für Rohkaffee um rund vier bis fünf Prozent fallen lässt.

Ohne den Fair Trade Einfluss stirbt in Ländern der dritten Welt jedes dritte Kind an Hunger und Krankheit vor Erreichen des fünften Lebensjahres. Ist Fair Trade in der oben gezeigten Form im Spiel, wenn also die Kaffeepreise fallen, weil es eine "faire" Überproduktion in den "reicheren" Ländern gibt, so erhöht sich die Zahl. Dann stirbt jedes zweite Kind an Hunger und Krankheit.

Eine Stichprobe zeigt: Das Angebot an fair gehandeltem bzw. organischem Kaffee eines bedeutenden deutschen Kaffeehändlers in einer Januarwoche 2018 gliedert sich wie folgt: 39 Angebote an lateinamerikanischem Kaffee, drei Angebote aus Asien. Demgegenüber stammen 13 Angebote aus afrikanischen Ländern. Rund 75% oder zehn Angebote daraus stammen jedoch aus einem einzigen Land: Äthiopien.  Die restlichen drei genannten Länder werden jeweils durch einen einzigen fair gehandelten bzw. organischen Kaffee repräsentiert.


Fair Trade
  • rechnet sich ab einer bestimmten Betriebsgröße zunehmend besser; dies verhindert genau denjenigen zu helfen, für die es angeblich erschaffen wurde
  • ist ein Hebel für Bauern wesentlich "reicherer" Länder in Lateinamerika und deren Abnehmer
  • trägt zur Verarmung der Bauern "ärmerer" kaffeeproduzierender Länder wesentlich bei, bis hin zur existentiellen und physischen Vernichtung
  • ist ein Bürokratiemonster, das kein Geld übrig lässt für Kleinbauern
  • und seine komplexen Organisationsstrukturen machen es einfach Geld in dunklen Kanälen verschwinden zu lassen.

Das Dilemma des Konsumenten, der ein Gutmeinender sein will
Was tun angesichts des Dilemmas in dem sich ein gutmeinender Konsument befindet? Nun: Nehmen Sie die Sache selbst in die Hand, anstatt es Industrien mit Heilsversprechen zu überlassen, die das Papier nicht wert sind auf dem sie geschrieben sind.


Das heimische Sparschwein ist viel besser als jeder fair gehandelte Kaffee
Weshalb nicht genau den Kaffee trinken, den Sie lieben? Achten Sie darauf, dass kein Siegel dran klebt. Geben Sie für jede Tasse, die Sie konsumieren einen kleinen Centbetrag ins Sparschwein.  Um sich die Sache zu vereinfachen, überlegen Sie sich einen Beitrag je Tasse, den Sie als angemessen empfinden. Aus einem 1000g-Beutel kommen rund 100 Tassen Kaffee. Das könnte bedeuten, dass Sie, jedesmal wenn Sie einen neuen Beutel öffnen, 50 Cent oder sogar mehr ins Sparschwein tun. Animieren Sie auch andere dazu. Machen Sie daraus vielleicht sogar ein Event.

Den auf diese Weise gesammelten Betrag an eine Organisation geben, von der Sie ganz persönlich überzeugt sind. Das wäre eine Möglichkeit selbstbestimmt und garantiert angemessen zu handeln.

*Zur Umgehung von "Gutmensch" dem Unwort des Jahres 2015. Das Wort "verhindert einen demokratischen Austausch von Sachargumenten", so das wichtigste Argument in der Begründung der Jury. Dem schließe ich mich an.



Freitag, 13. Oktober 2017

Role Models in Afrika: Judy Thongori, Rechtsanwältin

Das Institute for Inclusive Security zählt Judy Thongori zu den handverlesenen 17 weiblichen Persönlichkeiten, die die Welt verändern können. Im Jahr 2015 empfiehlt diese Organisation dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama ein persönliches Treffen mit zehn Frauen aus Kenia, die er unbedingt kennen sollte. Wieder ist diese herausragende kenianische Rechtsanwältin darunter.

© by The Institute for
Inclusive  Security
Wer ist diese Frau und was zeichnet sie aus?

Nun, um dazu eine erste Einschätzung zu gewinnen, möchte ich interessierte Leser auf den Wikipedia-Artikel unter dem Stichwort Judy Thongori hinweisen. In der allgemeinen Wahrnehmung dürften eventuell zwei Dinge von entscheidender Bedeutung sein. Einerseits hat sie erfolgreich gegen die kenianische Regierung geklagt, weil sie zurecht die Auffassung vertrat, dass diese die Frauenquote von 30% nicht erfüllte. Auf der anderen Seite tritt Judy Thongori immer wieder als Kolumnistin in kenianischen Zeitungen und Zeitschriften öffentlich in Erscheinung.

Ich habe Judy Thongori anlässlich einer Wahlbeobachtung in Kenia kennen gelernt. Es ging um die Präsidentschaftswahlen 2002, aus denen im Anschluss Mwai Kibaki als Präsident Kenias hervor ging. Sie war damals für FIDA, eine internationalen Rechtsanwältinnenorganisation tätig. Gemeinsam mit ihrem Team aus engagierten Anwältinnen besuchte sie die Wahlstationen und war vorort für viele Bürgerinnen und Bürger Ansprechpartnerin bei Unstimmigkeiten im Zusammenhang mit der Stimmabgabe.

Sie lud mich ein das Team an diesem Tag zu begleiten. Gerne habe ich zugesagt und viel gelernt über einen ganz normalen Wahltag in Kenia. Ich möchte betonen, dass es sich nicht um eine offizielle Wahlbeobachtungsmission, wie etwa der EU handelte. Diese offiziellen Missionen sind Geldvernichtungsmaschinen, die selbst die intransparenteste Veranstaltung sind, die man sich vorstellen kann.

Jedenfalls: Nach getaner Arbeit saßen wir dann zusammen, gemeinsam Kaffee trinken und über den Tag resümieren. Nicht als gute Freunde, sondern als Menschen, die ihre Mission dieses Tages sehr ernst genommen hatten. Judy und die anderen Rechtsanwältinnen hatten mich als ein Ergebnis unseres gemeinsamen Tages dann im Nachgang gebeten Informationen zu diesen europäischen Missionen zu sammeln und direkt in Deutschland bzw. Brüssel zu verschiedenen Themen nachzufragen und Antworten zu finden.

Die wesentlichen Fragen, die mir die FIDA-Anwältinnen stellten, waren: Wer sind die Teilnehmer der EU-Wahlbeobachtungsmission? Wodurch sind diese Personen qualifiziert? Weshalb strömen knapp zwei Wochen vor den Wahlen rund 140 Personen ins Land, quartieren sich in Luxushotels ein und behaupten irgendeine qualifizierte Einschätzung zu den Wahlen abgeben zu können? Weshalb werden im Zusammenhang mit der Mobilität dieser EU-Mission viele nagelneue Geländewagen gekauft und wo landen diese sehr teuren Fahrzeuge nachdem die Wahlbeobachter das Land nach kürzester Zeit wieder verlassen?

Im Frühjahr 2003 habe ich Judy folgende Antwort gegeben: "Meine Versuche Antworten zu diesen Fragen zu finden waren erfolglos. Sowohl in Deutschland, wo ich meine Wahlkreisabgeordneten der verschiedenen Parteien anfragte als auch auf EU-Ebene habe ich mit einer Ausnahme keine Antwort erhalten. Die eine Antwort war jedoch nur der Verweis auf eine zuständige Person bei der EU."

Shame on you, Mandatsträger und EU.






Freitag, 6. Oktober 2017

Cappuccinoträume am Berg Ararat

Manchmal sind es ausschliesslich die Umstände und Zufälle, die eine Geschichte entstehen lassen. Umstände, ungeplant und bar jeder Einflussnahme können viele Bedeutungen haben. Angereichert mit einer Prise Zufall öffnet sich eine Tür, auf die man nur blickte und nun ihres weiteren Geheimnisses berauben kann.

Weil die Kamera in Griffnähe lag, gab es den folgenden Schnappschuss. Der Milchschaum im Cappuccino sah aus wie der Berg Ararat mit seinem kleineren Nachbarn, dem Berg Aragats. Beides sind enorm mächtige Erscheinungen mit 5137 m bzw. 4090 m. Mit etwas Glück, kann man sie an einem klaren Tag von Armeniens Hauptstadt Jerewan wunderbar vereint wie gute Freunde zusammen erleben. Für den Betrachter in ihrer schieren Größe und Erhabenheit surreal.




Gevorg Bashinjaghian 

Um das zu verdeutlichen habe ich ein Bild gesucht, das vielleicht ein wenig davon vermittelt. So bin ich auf den wichtigen armenischen Maler Gevorg Bashinjaghian (1857-1925) gestossen, von dem das oben gezeigte Gemälde aus dem Jahr 1912 stammt.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts bereiste er Italien und die Schweiz, wo er sowohl klassische zentraleuropäische Kunst kennenlernte als auch die Alpen sah. Später schrieb er: "Die Alpen sind wunderschön, aber sie lassen dein Herz unberührt, wenn Du den Kaukasus gesehen hast."


Gevorg Bashinjaghian