Kaffeerösterei

Kaffeerösterei

Mittwoch, 30. August 2017

Wunderbarer Kaffee: AA Blue Mountain aus Kenia und nicht aus Jamaica

Heute möchte ich einen der wundervollsten Kaffees vorstellen, den ich bisher kennen lernen durfte: den weltberühmten AA Blue Mountain, den man normalerweise in Jamaica verorten würde. Dank britischer Kolonialherrschaft und der ungeheuren Experimentierfreude dieser Herrschaften, schaffte es 1913 ein Ableger der Originalbäume von der Karibik bis ins östliche Afrika, genauer gesagt ins westliche Kenia.

Dieses Schicksal teilten sich die Kaffeebohnen mit vielen Dingen, die den Briten einfach so gut gefallen hatten, dass man sie ohne weitere Prüfung zunächst irgendwo auf der Welt exportierte, um es dann in Kenia zu importieren. Ich denke da an Bäume, die darüber hinaus in Kenia bunt gemischt in die Landschaft gesteckt wurden, zumindest die Samen oder Jungbäume. Wer mehr dazu wissen möchte, möge entsprechende Einträge zur Londiani Forestry School googeln.

Blue Mountain Kaffee: Ursprung Jamaica
Irgendwo hatte ich auch dazu mal ein Bild, das ich momentan nicht finde und das mir in der Erinnerung Jeremy Block, der Geschäftsführer von Dormans in Kenia, mal gegeben hatte. Vielleicht täusche ich mich da aber auch. Jedenfalls, wenn ich das Bild mit dem Stammbaum aus Jamaica und dem Ableger in Kenia in schematischer Darstellung finde, wird es selbstverständlich nachgereicht.

Der kenianische Blue Mountain ist eine jener Spezialitäten, die man sich unbedingt besorgen muss. Unverschämt aber die Preise, die man hier in Deutschland dafür bezahlen soll. Da lohnt sich doch glatt der Flug nach Afrika und ein Einkauf direkt bei Dormans oder in einem gut sortierten Lebensmittelgeschäft. Jedoch selbst bei uns ist er immer noch um einiges günstiger als Blue Mountain aus Jamaica, der hierzulande im Einkauf bei Rohkaffee schon irgendwo zwischen 60 Euro und 80 Euro das Kilo liegt.

Aber der Unterschied zu seinem Enkel aus Afrika ist nicht zu bemerken. Ich behaupte sogar aufgrund der Bodenbeschaffenheit in Kenia ist dieser Blue Mountain sogar noch besser. Kräftig mit einem starken Anschlag von dunkler Schokolade. Neben den anderen Köstlichkeiten aus Kenia, die eben durch starke Säure hervor stechen, bietet der AA Blue Mountain dieses unvergleichliche Aroma.






Montag, 28. August 2017

Role Models in Africa: Richard Leakey


Richad Leakey
Copyright by Rob Bogaerts/
 Anefo (Wikipedia)

Although, I never had the honour to meet in person with Richard Leakey, the former first chairman of the Kenya Wildlife Service (KWS), when it was formed in 1990, I find he is one of the most important persons in contemporary Kenya.

His merits for wildlife in East Africa and his view that parks were self-contained ecosystems that had to be fenced in and the humans kept out are best seen when realizing that Leakey had become one of the most crucial persons in the public life of Kenya.

Personally, I can add a story that was told to me by a friend at whose house I used to stay during 1993. At this time this friend used to be the Consular General of the United States of America to Kenya. She had a meeting with Richard Leakey in his office after his plane crash, which cost him his legs, which means both of them were amputated. 

When she entered the office of Richard Leakey, he was sitting behind his desk, which was expected. In the course of their conversation, she said she wondered how he can do his job so briefly after the fatal plane crash? His typical way of answering it (how she put it to me later that evening): "I am not thinking with my legs, I am thinking with my head", impressed me very much. I imagine it takes a strong character like this to form KWS. Otherwise it would not have been possible at all or as successful.

At the end of the meeting with the KWS chairman, it was time for her to leave. She rose and was shocked when she saw Richard Leakey also moving from his chair and escorting her to the door on his artificial limbs only months after the accident.



Samstag, 26. August 2017

Mein Kaffeetipp des Tages: Äthiopischer Mocca gemischt mit Sumatra Vulkan Grade 1


Sortenreine Kaffees
Es ist Urlaubszeit und ich gebe mich einer meiner Lieblingsbeschäftigungen hin: Kaffeemischungen von eigentlich sortenreinen Kaffees ausprobieren. Meine Empfehlung des Tages für zwei Personen: edlen Sumatra Vulkan Grade 1 mit ebenso edlem äthiopischen Mocca im Verhältnis 2:1, also 16 Gramm zu 8 Gramm. Wem das zu schwach ist, der erhöht die Dosis halt nach seinem Geschmack.

Äthiopischer Mocca (links) und Sumatra Vulkan
Grade 1 von PAMOJA KAFFEE; dazu
ein selbstgemachter Käsekuchen
Mischen is possible
Ich mag die dezente Säure des äthiopischen Kaffees in Verbindung mit der Erdigkeit des Kaffees von der Insel Sumatra. Beide Kaffees sind natürlich Arabica, ist doch eh' klar.

Was wäre die Welt ohne Kuchen
Mein Favorit: ein Käsekuchen mit einem Boden aus Haferflocken.

Freitag, 25. August 2017

Kenia: Und ewig grüßt das Gluckern des Wassertanks

© by Jovan Cormac (Wikipedia)
Mit diesem Phänomen habe ich bereits in den 1980er Jahren in Lateinamerika Bekanntschaft gemacht, dort verschwand es aber im Laufe der Zeit. In Kenia ist es eine andauernde Veranstaltung.
Für uns Wohlstandseuropäer ist es zumeist völlig unbekannt: Das Gluckern eines Wassertanks nach 22 Uhr. Überhaupt: was ist ein Wassertank?


Es gluckert in der Leitung. Was hat es damit auf sich?
Wenn Sie dieses Geräusch am Abend vernehmen, gehören Sie zu den schätzungsweise 90% der Bewohner Nairobis, die sich die knappe Ressource Wasser mit den anderen Hauptstadtbewohnern solidarisch teilen müssen. Während des gesamten vergangenen Tages haben Sie Wasser verbraucht, das nicht einfach aus der Leitung kam. Sie haben am Vorabend Wasser gesammelt bzw. im Verlauf von Tagen und Wochen Wassertanks in der Wohnung gefüllt. Dann haben Sie es rund um die Uhr aus diesen Tanks geschöpft.

Es gibt kein Wasser tagsüber. Dann werden Behörden, Militär und privilegierte Nutzer beliefert. Da Wasserknappheit herrscht, kann halt nicht jeder bedient werden. Glücklich wer den Mega-maxi-10000 Liter Wassertank auf dem Dach hat, am besten gleich zwei Stück davon. Am besten sie sind stets gut gefüllt. Der gute alte Spruch, "Spare in der Zeit", wo würde er mehr gelten als in Kenia?
Viele Kenianer haben aber wesentlich kleiner Tanks oder teilen sich einen Tank mit den Nachbarn.

Wie oft sind wir abends beim Essen gesessen und alle haben auf das Geräusch aus den Wasserleitungen gewartet. Dann - mehr oder wenig pünktlich - geht es los und dauert manchmal bis tief in die Nacht. Das Befüllen der Tanks - ein gutes Geräusch, ein sehr gutes sogar!

Es gibt leider auch Abende, an denen kein Wasser fliesst. Die einfache Formel lautet: Kein Gluckern, kein Wasser!

Wie lebt man mit Wasserknappheit?
Zunächst einmal kocht man Wasser sehr gewissenhaft ab, um daraus Tee, Kaffee oder Wasser zum Kochen zu haben. Wer Wert auf eine Dusche nach getaner Arbeit legt, lernt die Eimer-Füll-Methode in Verbindung mit der Eimer-über-dem-Kopf-entleeren Methode bei gleichzeitigem Shampoonieren des Körpers. Wer warmes Wasser will, mischt Wasser aus dem Tank mit gerade erhitzem Wasser. Man sollte auch immer ein wenig Wasser bunkern für Notfälle, für das WC oder wenn überaschend Besuch kommt.

Das war jetzt ein Szenario, das die Situation in einer einfachen Wohnung wider spiegelt. Selbstverständlich gibt es auch Wohnungen, die besser ausgestattet sind, gerade wenn ich an Durchlauferhitzer bei Duschen denke oder an kleine Wassertanks in einzelnen Räumem wie Bad oder Küche. Das ist dann schon ein angenhemer Luxus und das Upgrade gegenüber den Durchschnittswohnungen.

Wie lebt man nun mit derartiger Wasserverknappung? Man lebt.



Donnerstag, 24. August 2017

Taxifahren in Nairobi - Story 1: Airport - Langata

Man kommt nicht an ihnen vorbei und doch wäre es so schön, wenn man ohne sie auskommen könnte: Taxis samt deren raffgierigen Fahrern, die die Straßen von Nairobi bevölkern und ständig auf der Suche nach Beute sind.

Normalerweise hiesse das, bei einigermaßen klarem Verstand sind Taxis nahezu ein No-go. Technisch oftmals völlig unzulänglich, bei einem Komfort der zu wünschen übrig lässt. Dafür utopisch in der Preisgestaltung und nach oben hin offen. Weshalb also freiwillig in so eine Betrugsmaschine mit Ansage einsteigen? Weil man die Taxis halt doch ab und zu braucht, ganz einfach.

Der Klassiker: Ankunft am Flughafen
Eigentlich alles ausgemacht. Kurz nach dem Landen der Blick aus dem kleinen, ovalen Fenster des Airbus A330. Da hinten irgendwo steht mein Bekannter und wartet auf mich hinter der Absperrung am Ausgang des Flughafengebäudes. Noch gestern per Email hat er bestätigt, dass alles klappt, ich müsse mir keine Sorgen machen. Er wird da sein mit Aporro (ein Kikuyu, eigentlich heißt er Apollo). Ein Taxler der so eine Tour nebenher einbauen konnte. Win-win-Situation sozusagen. Wem das Taxi gehört? Keine Ahnung.

Copyright by Arthur Buliva (Wikipedia)

Ach ja, es ist 5.00 Uhr am Morgen. Es ist dunkel, Nairobi schläft. Nur die Mombasa Road vom Flughafen in die Stadt liegt da wie eine Schlange in der Finsternis und wartet auf Beute. Am liebsten leichte Beute.

Copyright by Apalsola (Wikipedia)







Zollkontrolle, alles gut gangen. Dann raus hier. Gleich zwanzig Meter weiter die Absperrung, dahinter rund 100 Menschen: Abholer allesamt, teils Familie, Freunde, Schlepper, Taxifahrer. Ich schaue mich um. Weit und breit keine Freund mit seinem Mann im Mond zu sehen. Diese Apollo-Mission scheint vorerst schief gegangen zu sein. Da taucht mein Freund auf. Er selbst musste sich irgendwie zum Flughafen durchschlagen. Apollo habe angerufen, er sei durch eine andere Tour etwas aufgehalten worden, aber bald da. Er befinde sich sozusagen schon fast im Anflug.

Nun gut. Ein bisschen Zeit können wir totschlagen. Ist ja auch angenehm, so früh am Morgen.Wir besprechen dies, wir besprechen jenes. So wird es 5.45 Uhr und, Ring-ring, Apollo meldet sich. Ja, er sei nun gleich da, nur noch schnell etwas abholen. Dauert nicht mehr lange. Inzwischen haben wir den Ort gewechselt. Erstens, ist es frustrierend im Ausgangsbereich dauernd neue Passagiere zu sehen, die schnell abgeholt werden und zweitens beginnt jetzt die Morgensonne etwas unerbittlicher zu scheinen. Nach einer durchflogenen Nacht gibt es bessere Anblicke. So ziehen wir uns zurück unter einen Baum auf dem Parkplatz in Sichtnähe der Straße. 6.20 Uhr, Ring-ring, Auftritt Apollo, dritter Teil. "Wo seid ihr?", ruft da einer aufgeregt ins Telefon. Er sei gleich da, wir sollen schon mal zur Straße kommen. Als ob wir da nicht schon längst wären. Irgendwie nehmen wir das alles so hin, die Gleichgültigkeit hat uns bereits im Griff. Nur hin und wieder, so alle 10 Minuten ein kurzer Wutanfall.

Die Belohnung winkt in Form einer günstigen Taxifahrt. Ich rechne so mit 15 Euro. Hätte man sich eines regulären Fahrzeugs am Flughafen bedient, wären so etwa 35 bis 50 Euro fällig geworden. Und die Angst fährt mit, denn man weiß ja nie zu wem man direkt am Flughafen ins Auto steigt. Und der Mombasa Highway kann dann sehr lang werden und hat viele dunkle Ecken und Abzweigungen in Gewerbegebiete.

Da, endlich. Um sieben Uhr Morgens. Einzug der Gladiatoren. Apollo nebst Co-Pilot kommt mit einem einigermaßen fahrtüchtigen Volvo in die Arena eingerollt. Er ist auch noch stolz, dass er uns fahren kann. Am liebsten würde ich ihm eine Standpauke halten. Aber das erspare ich ihm und irgendwie auch mir. Ich will jetzt nur noch heim, duschen und ein wenig schlafen.

Apollo hingegen dreht jetzt mächtig auf, erzählt mir was von den guten Christenmenschen, so wie er einer sei und den vielen Übeln und Versuchungen des Lebens da draußen. Aber wir seien ja an ihn geraten, er sei ja einer von den Guten. Leise flüstert mein Freund mir zu, er kenne Apollo und er müsse sagen: Ja, es treffe schon zu. Er selbst würde ihn immer am Sonntag in der Kirche sehen. Der Beweis war also erbracht.

Ich erinnere mich nicht mehr genau, aber ich glaube es waren noch zwei unwesentliche Stops auf dem Weg nach Hause. Apollo war jetzt durstig und hungrig. Er musste anhalten, um an der Strasse Tee und irgendetwas Undefinierbares einnehmen. Dazu benötigte er zwei Anläufe, wobei er dann beim zweiten Mal an einer Tankstelle gleich die Luft seiner Volvoräder nachschauen liess.

Irgendwann kamen wir dann tatsächlich in Langata an. Es war kurz nach acht Uhr am Morgen. Ich könnte eigentlich schon seit zwei Stunden im Bett liegen. Raus aus der Karre, Kofferaum auf, schnell das Gepäck greifen und Apollo bezahlen.

Und was sagt unser freundlicher Taxifahrer: "40 Euro". Da platzt mir aber der Kragen und ich sage ihm, dass er zwei Stunden zu spät gekommen sei und unterwegs auch noch rumgetrödelt habe. Dafür zahle ich ihm nicht so viel. Das kostete es ja noch nicht einmal mit den regulären Halsabschneidern und Haifischen am Flughafen und da wäre ich schon längst zuhause gewesen, wo er noch nicht einmal am Flughafen war. 15 Euro bekäme er und sonst nicht für seinen Service.

Er nimmt das Geld. Wortlos. Wochen später erfahre ich, dass mein Freund die restlichen 25 Euro bezahlt hat. Da war ich sprachlos und habe dem Freund dieses Geld gegeben, da ich ihn nicht ausnutzen wollte. So läuft das in Kenia. Money for nothing. Und jeder macht mit oder möchte mitmachen.


Mittwoch, 23. August 2017

To be sick as a short-term resident in Nairobi

Well, sometimes it happens and you had the wrong food, the climate change from home, when you started in snow and arrived in the hot sun. To keep a long story short: You are sick!

Copyright by Sbisolo (Wikipedia)
What to do when you are sick in Kenya?
First of all stay cool. The doctors here are as good or bad as anywhere else in the world. Sure, you see yourself already in a hospital bed in ICU, with a priest already waiting for prey and strolling along the corridor.

To help you with information and to explain that you are in good hands with a sickness in Kenya, I have thought of two situations I went through - and obviously - I survived happily, sitting here and writing a post.

Food Poisoning The Afternoon Before Departure
What worries you most in such a situation is the fact that you have no learned understanding of how to rule out Malaria. You feel awful, your bones are aching and you have this bitter taste in your mouth. Definitely, it must be Malaria. It happened like this right after lunch a few hours before my departure.



I went home to start packing and was knocked out on the spot with a terrible headache. I decided to rest until the cab driver would pick me up for the airport. But nothing changed to the better. Together with the taxi driver, I discussed my sickness and what to do. Don't worry, people here know what to do and where to go to for help. If you know the people you talk to, give them respect and trust!

So we detoured to town at the wrong time at rush hour. Have you ever been on the road in Nairobi at 5.30 p.m.? But Mike suggested to go to a pharmacy in town, so we did.

After an endless journey, we arrived and one of the pharmacists saw me. He checked on a few things: eyes, stomach, joints. He asked how I felt. I should describe. He concluded it was not Malaria. And in this moment, I had no reason to question his decision. My experience of years was and is that Malaria is well known in this country. You as a foreigner should trust almost every information on this that a pharmacy will give you. And no matter, whether it is in a remote area, in a forest or in a posh neighborhood. Trust their judgement. And: I think a specialized institute for tropical diseases in Germany is probably very good, but no need to double-check. And please, this is my opinion and I cannot advice you to follow my personal decisions. Finally, I found out it was food poisoning and bad luck on my last meal in Kenya.

Yellow Fever Shots can cause problems
A few years ago, I planned to travel to Uganda by car. It was an opportunity to join some friends and have an interesting trip in their company. To enter Uganda one needs a shot against yellow fever in your arm and a stamp in your WHO health pass. You can get this injection in Germany, but at a high cost, which is not covered by your health insurance. So, I decided to do it in Nairobi with the governmental office at local level: City Hall offers this service for a small fee.

City Hall - Nairobi
Copyright by Jorge Làscar (Wikipedia)
I went there, I queued with many Kenyans and eventually got the injection and the stamp. So, Uganda, here I come. Well, it was not meant to happen this time.

I had an allergic reaction, which is highly possible, as I was told during the treatment at City Hall.
Only, I had a stronger reaction, which was followed by fever (again, I thought maybe Malaria) and a general weakness.

After a day there was no changes and I had to cancel my trip. I decided to stay with other friends to have people around for my treatment. Tea, biskuits and also warm words helped a lot and after three days I was ok again.

So, Kenyan pharmacists and also friends are a very big help with most of the sicknesses that you might catch in Kenya.

I do not underestimate serious diseases and I can only advice everyone to see a qualified doctor in a recommended private hospital in such a case. You need to bring money, but your health should it be worth for you, isn't it?






Dienstag, 22. August 2017

St. Vincent Children Care & Nursery School: Tagesschule für Waisenkinder auf Privatinitiative

Heute ein kurzer Post, mit dem ich die St. Vincent Children Care & Nursery School in Awasi als ein Beispiel für private Initiative im Rahmen einer kleinen Gemeinde in Kenia vorstellen möchte.

Copyright by Emmanuel Mbeche
Gemeinsam mit seiner Frau Risper hat Emmanuel Mbeche im Jahr 2007 im Gedenken an seinen verstorbenen Sohn Vincent eine Tagesstätte für Kinder im Vorschulalter gegründet, da er speziell etwas für Waisenkinder in seiner Gemeinde machen wollte.

Da er ein großes Grundstück besitzt war es kein Problem einen Teil davon für die Schulbauten zu verwenden.

Waren es zu Beginn noch wenige Schüler die neben einem Elementarunterricht zwei warme Mahlzeiten bekamen, schossen die Zahlen in kurzer Zeit in die Höhe.

Weit mehr als 100 Schüler sind es heute, überwiegend Voll- oder Halbwaisen. Dazu eben auch noch Kinder aus Familien die über absolut keine Mittel verfügen. Also viele Kinder und Familien, die Hilfe brauchen.


Weshalb gibt es so viele Voll- oder Halbwaisen in Kenia und oft nur Großeltern
Neben tropischen Krankheiten wie Malaria, ist es eben auch Mangelernährung, die zu lethalen Schwächungen des Immunsystems auf dem Land in Kenia führt.

Ein Klassenzimmer mit Schaubildern für
den Biologieunterricht der Vierjährigen

Sehr großen Raum nimmt der Anteil der HIV-Erkrankten ein. Die Durchseuchung mit dieser Krankeit beträgt in der Spitze in dieser Region rund 25 % der Bevölkerung. Trauriger Nebeneffekt: Da die Elterngeneration oftmals ausfällt sind Großeltern nun mit der Erziehung und Versorgung der Kleinsten betreut. Dabei handelt es sich mitunter um Kleinkinder, die bereits mit dem HIV-Virus geboren wurden. Man kann sich sehr gut vorstellen, dass jeder Beteiligte mit dieser Situation sehr leicht überfordert ist.

Die Mensa - Gebäude 1 und ein Stück von Gebäude 2


In diese Lücke versucht die Familie Mbeche zu springen. Bildung und zwei Mahlzeiten. Sie haben sich ein Motto gegeben: Eine bessere Basis für das Leben. Mit soviel Herzblut wie die Mbeches es zeigen, könnte es klappen. Wir von Projekt Awasi e.V. aus Bad Tölz unterstüzen die Beiden dabei und spenden für die täglichen Mahlzeiten für nahezu 150 Kinder in Form von Porridge, Reis und Trinkwasser.

Eines von zwei Schulgebäuden der St. Vincent
Children Care & Nursery School 










Diese Form von privatem Engagement ist es was mich begeistert. Für mich der beste Weg, wenn keine Politik oder sonstwie geartete Interessen dazwischenfunken.

Montag, 21. August 2017

Volkskrankheit Diabetes und Kamelmilch

Bereits im beginnenden 21. Jahrhundert, also etwa um das Jahr 2000 herum, konnte ich Einblicke in ein Forschungsprojekt kenianischer und internationaler Ärzte und Tierärzte gewinnen: Kamelmilch als natürliches Medikament bei Diabetes Typ 1 und 2.

Copyright by Awle (aus Wikipedia)

Da Diabetes eine der größten Volkskrankheiten weltweit ist, würde hier das Potential für einen Exportschlager Nummer 1 aus Kenia liegen können. Die Forscher waren motiviert, man konnte gespannt sein: Wäre es möglich die Insulingaben durch Spritzen ganz einfach mit dem Genuss der Kamelmilch zu ersetzen? Übrigens: Kamelmilch schmeckt sehr gut, sogar ein wenig sahnig. Ich konnte es selbst ausprobieren und kann es nur empfehlen.

Wie ist man auf Kamelmilch bei der Diabetesforschung gekommen?
Den Wissenschaftlern war aufgefallen, dass Menschen aus dem angrenzenden Somalia nicht an Diabetes erkranken und begannen nach einer Ursache zu suchen. Relativ schnell kam man darauf, dass es die Kamele der somalischen Bauern waren, die mit ihrer Milch halfen, Diabetes aus dem Alltag der Menschen zu verdrängen.


Copyright by Awle (aus Wikipedia)


Kamelmilch ist schwierig für Massenmärkte zu produzieren
Da es nicht möglich ist in den Ländern der westlichen Welt unbegrenzt Kamelmilch zum täglichen Genuss bereit zu halten, musste man eine Methode finden ein Präparat zu entwickeln. Kamelstuten geben Milch wenn es Fohlen gibt. Auch sind die Damen nicht so leicht zu melken. Zum Anmelken benötigt man zunächst die Fohlen, dann geht das Melken wesentlich leichter.

Melken einer Kamelstute
Copyright by Awle (aus Wikipedia)
Nach einigen Jahren Forschungsarbeit  kam dann jedoch ein Rückschritt, eine echte Ernüchterung.

Um aus Kamelmilch ein massentaugliches Medikament herstellen zu können, wäre es nötig ein Medikament etwa in Tablettenform herzustellen. Dabei war man an eine Grenze gestoßen.  Bei der Herstellung von Tabletten musste die Kamelmilch erhitzt werden. Dabei schienen wichtige enzymatische Verbindungen zerstört zu werden.

Kurzum: es scheint nicht möglich zu sein ein Medikament aus Kamelmilch herzustellen. Die pharmazeutische Industrie wird sicher darüber nicht unglücklich sein. Vielleicht sollte sich jemand bemühen das Know-how zur industriellen Kamelmilchproduktion aus arabischen Ländern nach Europa zu importieren.





Sonntag, 20. August 2017

Die Nebelfänger von Awasi

Mit Hitechmatten Wasser aus der feuchten Luft gewinnen - ein Weg für den wasserarmen Westen Kenias?
Eine Methode zur Ausnutzung der Naturkräfte macht sich eine Hitechfolie zunutze, die von der ITV Denkendorf Produktservice GmbH, vormals ITV Denkendorf GmbH, in mehreren Stufen entwickelt wurde. Mein persönlicher Kenntnisstand stammt aus dem Jahr 2011, es ist deshalb möglich, dass sich die von mir besprochenen Folien inzwischen auf einem höheren technischen Niveau befinden.

Durch einen Bericht bin ich auf die Arbeit dieses Instituts aufmerksam geworden. In dieser Reportage wurde berichtet, dass mithilfe von Matten, die man sich vom Aussehen her wie große Gummimatten vorstellen kann so wie sie etwa im Eingangsbereich großer Gebäude ausgelegt sind, Wsser aus der Umgebungsluft gewonnen werden kann.

Nach einem ersten Anruf im Institut wurde ich mit Dr. Jamal Sarsour verbunden, der bei der Entwicklung maßgeblichen Einfluss hatte. Er berichtete mir von ganz guten Erfolgen in Lateinamerika, vornehmlich in den Anden und in Höhen von bis zu über 4000 Metern.

Es sei möglich durch diese Technologie die täglichen Wasservorräte für alle Bewohner der Testregionen zu gewinnen. Es gebe durchaus einige Voraussetzungen zum Gelingen: normale bis hohe Luftfeuchtigkeit, sowie Wind, der die feuchte Luft durch das Hitechgewebe regelrecht treibe und beschleunige, so dass am Ende aufgrund der gezielten Verwirbelungen Wasser kondensiere, das man in einer Ablaufrinne auffangen und zum Gebrauch sammeln könne.

Phantastisch - Wir kamen überein, dass Dr. Sarsour mir zwei verschiedene Matten schicken würde. Die neueste Entwicklung sowie etwas mehr Material einer Vorgängerserie, die nahezu genauso effizient sein würde. 


Der Nebelfänger im ersten Feldversuch im November 2011 in Oberbayern

Wie auf dem Foto zu sehen ist, konnte ich den Nebelfänger zuhause ausprobieren. Es gab einen ansehnlichen Ertrag an Wasser von etwa einem Liter nach einer kalten Frostnacht. Wegen des andauernden Frosts bildeten sich Eiskristalle in der Struktur, sonst wäre sicherlich mit mehr Wasser zu rechnen gewesen. Das Bild zeit die neuere Version des Nebelfängers. Die Struktur muss man sich wie viele ineinander verwobene Wirbel vorstellen. Nach Kenia habe ich dann dickere, schwarze Matten mitgenommen, die noch nicht ganz so filigran ausgearbeitet waren. 

Ich gab sie meiner Kontaktperson Emmanuel Mbeche, der sie dann an drei verschiedenen Orten in und um Awasi aufstellte. Leider konnte ich nicht so lange bleiben um die Testreihe bis zum Schluss mit zu verfolgen.

Später im April 2012 teilte mir Emmanuel Mbeche dann mit, welche Ergebnisse er erzielt hatte. Leider war der Nebelfänger in Awasi, im Westen Kenias nicht so erfolgreich wie in Südamerika.
Die Ursache hierfür liegt im Mangel an Wind. Es ist feucht in der Region um den Lake Victoria und es wäre wunderbar, wenn man diese Feuchtigkeit der Luft entziehen könnte. Über den Zeitraum mehrerer Wochen wehte jedoch maximal ein laues Lüftchen, das den Turbo einfach nicht zum Laufen brachte. 

Mit diesem Ergebnis habe ich dann noch ein abschliessendes Gespräch mit Dr. Sarsour von der ITV Denkendorf GmbH geführt, der zu dieser Problematik leider auch keine Lösung parat hatte.

Meinem Ziel eine verlässliche Wasserversorgung nach Awasi zu bringen bin ich leider nicht näher gekommen. Aber ich gebe nicht auf.


Samstag, 19. August 2017

Ein Leben ohne Wasser bedeutet Stillstand und einen guten Fluchtgrund - Gedanken zur UN-Resolution 64/292

In Zeiten wie diesen, in denen in Deutschland so viel von der Bekämpfung von Fluchtursachen gesprochen wird, sollte man sich vorab die eine oder andere selbstkritische Frage stellen: Wie lange würden wir selbst ein Leben ohne Wasser ertragen? Warum gehen wir davon aus, dass Menschen auf anderen Kontinenten auf Wasser als ein Grundrecht verzichten können? Weshalb ist es in Jahrzehnten bilateraler Beziehungen zwischen Kenia und Deutschland bisher nicht möglich gewesen elementare Entwicklungen in diesem ostafrikanischen Land umzusetzen?

Beim Warten auf Wasser (Wasserkiosk der Kirche links)

Wie lange würden wir selbst ein Leben ohne Wasser ertragen?
Bevor wir uns diese Frage stellen, ist es ganz gut Einblick in die Rechtslage zu nehmen: Das Recht zum Zugang auf sauberes Wasser ist am 28. Juli 2010 von der Vollversammlung der Vereinten Nationen mit der Resolution 64/292 als Menschenrecht anerkannt worden. Resolutionen der UN sind jedoch rechtlich nicht bindend und daher auch nicht einklagbar. Die Möglichkeit, das Recht auf sauberes Wasser einzuklagen, besteht nur, wenn es in die Verfassung des jeweiligen Heimatlandes des Klägers aufgenommen wurde.

Für die Resolution stimmten damals 122 Staaten, bei 41 Enthaltungen. Vielleicht ist es für Deutschland als Befürworter deshalb so schwierig Massnahmen zu ergreifen, weil Kenia gleichzeitig zu den Staaten gehörte, die sich enthalten haben? Es scheint nicht zu einer der Prioritäten der kenianischen Regierung zu gehören für ihre Bürger sicherzustellen, dass sie jederzeit Zugang zu sauberem und bezahlbarem Wasser haben und im Land ein Mindeststandard an Hygiene eingeführt wird? Das erschwert die Situation.

Ich sehe das als nicht problematisch, wenn man gleichzeitig privaten Initiativen gestattet im Sinne dieser Resolution einen Beitrag zu leisten und Menschen in Not - und nichts anderes ist diese Wasserarmut - Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.


Alles andere ist bereits Luxus

Für uns mag sich diese Überlegung verbieten, da wir mit großer Wahrscheinlichkeit sofort nach dem Staat oder unserem lokalen Wasserversorger rufen, wenn das köstliche Nass mal nicht aus dem Hahn sprudelt. Stimmt einerseits. Andererseits kann uns diese Problematik schneller einholen als uns lieb ist. Denn die zunehmende Weltbevölkerung, die gestiegenen Ansprüche der Schwellenländer, die rigorosen Verteilungskämpfe um Wasser, z.B. in Asien und die Wasserpolitik der globalen Foodkonzerne durch Lobbyisten und Juristen, etwa in Brüssel oder Berlin, lassen nichts gutes für die Zukunft vor unserer eigenen Haustür erahnen.

Um zur eigentlichen Frage zurückzukehren: Durch eigene Reisen geschult, kann ich sagen, dass es nur wenige Tage ohne Wasser benötigt, bis man physisch und psychisch am Ende ist und sich nichts seliger wünscht als eine Dusche, eine Seife und sauberes Trinkwasser. 

Weshalb gehen wir davon aus, dass Menschen auf anderen Kontinenten auf Wasser als ein Grundrecht verzichten können? 
Auf diese Frage kenne ich leider keine Antwort.



Weshalb ist es in fünf Jahrzehnten bilateraler Beziehungen zwischen Kenia und Deutschland bisher nicht möglich gewesen elementare Entwicklungen in diesem ostafrikanischen Land umzusetzen?
Nur drei Fragen und dennoch kommt als Resultat kein vernünftiges Ergebnis zustande, werden keine Brunnen gebaut, werden immer wieder Menschen versuchen ins "gelobte Land", sprich nach Europa zu gelangen. Es gibt viel zu tun. Fürwahr. Dennoch wären die Aufgaben zu bewältigen, um dauerhaft Fluchursachen aus Ländern des afrikanischen Kontinents entgegen zu wirken.

Ich empfinde jede Art von politischer Einmischung, gepaart mit Entwicklungshilfeorganisationen jeglicher Art als eine Aneinanderreihung von Akten des gezielten und gewünschten Komplettversagens - und ich denke die "Erfolge" der vergangenen fünf Jahrzehnte könnten mir da durchaus Recht geben.

Immerhin gibt es das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bereits seit 1961. Jede wirtschaftlich orientierte Unternehmung hätte weniger als ein Zehntel dieser Zeit zu Erfolgen zu gelangen oder zu scheitern, unterzugehen und letztlich in der Versenkung zu verschwinden. Nicht so ein deutsches Ministerium, das durchaus erfolgsgerichtet agiert. Der Erfolg stellt sich auch regelmäßig ein, nur: es handelt sich um Klientelpolitik, deren Nutznießer nicht in armen Dörfern wohnen und die nicht täglich aufs Neue den Kampf ums Überleben führen. Aus diesem aber auch aus weiteren Gründen bin ich für die komplette Abschaffung des BMZ zumindest im Hinblick auf seine Rolle auf niedrigster lokaler Ebene in einem Zielland.



Was kommt nach dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung?
Für mich besteht eine zukunftsweisende Aufgabe im kompletten Umbau und der rigorosen Verschlankung des BMZ zu einer Stelle bei der ausschliesslich für private Vereine ohne Gewinnerzielungsabsicht und mit einem gemeinsamen Vorstand aus deutschen und kenianischen Mitgliedern, und zwar aus dem Dorf, in dem eine Massnahme der Hilfe zur Selbsthilfe durchgeführt werden soll, Mittel zur Verfügung gestellt werden dürfen. Dabei gibt es im Hinblick auf die Größe der Gemeinde zwei Voraussetzungen. Zum einen Gemeinden mit bis zu 2000 Bewohnern und Gemeinden mit bis zu 5000 Bewohnern. Es muss Wissen auf lokaler Ebene einfliessen, das der Vereinsvorstand bei den gemeinsamen Beschlüssen und Entwicklungsplänen berücksichtigt.



BMZ: bitte erfinden Sie sich neu im 21. Jahrhundert - Fluchtursachen beseitigen und die Menschen zum Bleiben in der Heimat veranlassen
Ein "Weiter so" wie bisher wird die Verhältnisse zementieren. Das BMZ steht vor der Wahl Pest oder Cholera. Nur die Selbstabschaffung wäre eine Lösung, die einen echten Neuanfang ermöglicht und könnte so eine Organisation entstehen lassen, die es schafft den Menschen in vielen afrikanischen Ländern eine Bleibeperspektive anstelle von Flucht überhaupt erst zu schaffen. Möglichkeiten schaffen damit man dort bleiben kann, wo man zuhause ist. Das sollte im Mittelpunkt eines BMZ oder wie auch immer die Organisation heißen könnte stehen.



Freitag, 18. August 2017

Ten reasons to love Kenya

My personal best-of list

1. The best coffee in the world

2. Personal freedom

3. Business opportunities

4. The climate

5. Euro exchange rate

6. Friends

7. Clubbing

8. Njama Choma at Kenyatta Market with Kachumbari, Kunde & Tusker Beer

9. Outdoor-Aktivities

10. The red soil and its fertility

Donnerstag, 17. August 2017

When the clock runs backwards - Life without water in provincial Kenya

Especially now during the hottest period of the year, we all expect seamless supplies of water. Our level of tolerance towards  a lack of water is close to non-existing and resembles the human right to water and sanitation as the United Nations General Assembly explicitly recognized in resolution 64/292

On 28 July 2010, the General Assembly furthermore acknowledged that clean drinking water and sanitation are essential to the realisation of all human rights. The Resolution calls upon States and international organisations to provide financial resources, help capacity-building and technology transfer to help countries, in particular developing countries, to provide safe, clean, accessible and affordable drinking water and sanitation for all.

Meanwhile still in 2017, many reasons prevent residents of rural Kenyan communities from access to their basic human rights. And it is not only adults, but especially undererage students that have to lead a fight against thirst, hunger and for sanitation at the lowest level. 
                                                                                       
A Kenyan village at 7:00 a.m.
This story is dedicated to the young students between four and eight years of age in a typical village without water. Or should I not better say, between 4 a.m. and 8 a.m. in the morning, which has a bigger meaning to those hordes of youngsters one can observe on their daily march of thirst for the precious water.


Akinyi, a girl of six years, leaves the poor home on a hill, in her hands two jerrycans almost half as big as herself. They once contained cooking oil and now serve as her daily company. After a walk of 40 minutes she can see the first small lights of candles illuminating the simple houses, made of straw and clay. It is 4:40 a.m. in Awasi, Western Kenya.

Not knowing what this morning will bring her, she is happy and cheerful, like most of the days of her life, which has not seen too many reasons to celebrate. It is simply the lack of opportunity to know what she is missing. Those things, children of her age usually understand as a normal part of life. Playing, sleeping, washing or even showering and a good meal before they are off to school.
She simply doesn't miss it.

What she knows is, that coming home without her jerrycans filled would make her mother very unhappy, yet another day to master in the merciless heat of the African sun close to the equator. A day without clean trousers, a shirt filled with hunger and the cloud of dust hanging around her for another full day and another full night. Will she be lucky today and get her buckets filled?

What does it have to do with luck in a situation with too many luring for the same? What are her chances, she is small and she cannot carry too much of weight on her fragile shoulders or arms. But there was mother, saying she should try. And she doesn't want to disappoint her, she feels that what she is doing is important to her family. This is what makes her proud and strong, even stronger than the boys of her age. In the village there she would find her friends from school, she would see them the first time today. Later for the second time, when they meet in school, she is already very tired. So now is the time to  talk a little about things that matter.


Coming closer she can already see many people are queuing in front of the water kiosk the catholic church has placed here in the center next to the road that connects Kisumu with Kericho and a road that is leading somewhere to other forgotten places. Akinyi is at cross-roads.

The kiosk with the water free of charge, has not opened yet, when one of her friends is approaching from the other side of the road. When she is close enough, she can hear her shouting with excitement. Her friend wants her to come along. A quarter mile down the road there is a bursted water pipe next to the road. Since the kiosk would still be closed for another hour or so and her chances in such a long row of people to fetch the water she needed are low, she decides the best thing to do would be to join her friend and hunt along the highway.


After a while they reach and she feels happy that she has to share the catch with only a few other kids. It was worth it, even when she had to add another half mile to her daily walk of three miles and even if the water is dirty.  And the load is so heavy on her head and on her left shoulder.







Back to the water kiosk, she only pays little attention. Too many people. Too small are her chances for some water, especially since the water here is very limited, it comes from sources filled with surface water. Sometimes the sources are 20 meters below the ground and only sometimes as low as 60 meters.

Awasi would not have to be a dried out place, only if there was a quality pump which would bring the water from depths of around 200 - 300 meters to the surface. The villagers are ready to pay for the water, as they are ready to pay for the water that might be arriving later with the water truck. Some of them, young women, are even ready to pay a very high price. Awasi became famous for this a few years ago, when a newsreport showed that water vendors, those with the handcarts, delivered their goods to the doorsteps, even at a larger distance. Only their currency was as shameful as inadequate and doesn't have to be illustrated in this post.
For those interested, one an find the broadcast on Youtube under https://www.youtube.com/watch?v=kgl8v5gxVxc

Water is carried to this place in big lorries from Kisumu. Only, if this truck is sold out, before reaching Awasi, this means another day without water.

After my research, I had learnt that usually Awasi could have around eight wells. Only two of them were working at the time.


One belongs to the catholic church and the other to a private school. Whenever there is a surplus of water the school sells it in the market in Awasi.


Looking at their pump, one can see it is not in a very good condition, the school-kids are jumping up and down the tubes, which is definitely worsening the functionality. Moreover, believe it or not, when this photograph was taken, the whole site was less than a year old. Which has to do with a lack of quality of the cheap materials used from China. Same fate as with the other six installations in and out of Awasi. Things are good for a moment, but after only one part has a crack or needs a repair, the hole borehole is usually given up.

There is one solution, which is very considerate and guarantees almost 24/7 fresh water available: Lifelink water solutions from the Danish company Grundfos. Only the price is somewhat on the high side: approximately 50000 US-Dollars.

I think that could be the best investment in the development of a small town like Awasi. And the money is only needed as seed money which would be paid back within three years. After this period, the pump would create a profit which could be reinvested in the infrastructure of Awasi.

From this post and for future posts, I have four more stories to tell.

  1. What is the Lifelink solution for water
  2. How an initial payment/ investment of 50000 Dollars would be paid back through a plan
  3. How Awasi could start investing in its infrastructure and blossom
  4. How did Akinyi find her way home and what happened between 6 a.m. and 7 a.m. and later at school?
Nota bene
In November 2002, the Committee on Economic, Social and Cultural Rights adopted General Comment No. 15 on the right to water. Article I.1 states that "The human right to water is indispensable for leading a life in human dignity. It is a prerequisite for the realization of other human rights". Comment No. 15 also defined the right to water as the right of everyone to sufficient, safe, acceptable and physically accessible and affordable water for personal and domestic uses.

   Sources:
  • Resolution A/RES/64/292. United Nations General Assembly, July 2010
  • General Comment No. 15. The right to water. UN Committee on Economic, Social and Cultural Rights, November 2002
                                                                        











Mittwoch, 16. August 2017

Zehn Gründe, die für Kenia sprechen

Meine persönliche Best-of Liste

1. der beste Kaffee der Welt

2. persönliche Freiheit

3. Geschäftsmöglichkeiten

4. das Klima

5. Währungsvorteile mit dem Euro

6. Freunde

7. Das Ausgehen, egal ob locker oder gediegen

8. Njama Choma beim Kenyatta Market mit Kachumbari, Kunde und Tusker Bier

9. Outdoor-Aktivitäten

10. Die rote Erde, der fruchtbare Boden


Dienstag, 15. August 2017

A few questions for Federal Minister of Economic Cooperation and Development Müller about Kenya during his visit in Bad Tölz on August 28, 2017

The local press released the date for an interesting visit in Bad Tölz, a small town somewhat 50 kilometers south of Munich: Gerd Müller, Minister of Economic Cooperation and Development is visiting by invitation of the local branch of the CSU party.

What a joyous day for the residents of the region, which offers plenty of opportunity to ask him a few quite simple questions to learn and understand about his views of fairtrade, e.g. in the coffee sector.

Ten Euros and Fifty Cents
I remember very well before his last departure to Kenya how he talked about fairtrade on Public Radio, Bayerischer Rundfunk. He did not refrain from rendering, that all of us as individuals have an obligation to make fairtrade possible, especially since the ratio between a pack of coffee in the shelfs of a supermarket in Germany at a cost of around ten euros and incomes of 50 cents that farmers in Kenya could generate out of this big amount is fairly imbalanced. Immediately, these statements by the ministers raised questions in my head.

A German proverb talks of comparing apples with pairs, when something is wrong in a calculation. Isn't the Minister comparing two things that do not belong together in the way he presents the coffee trade?

What is the price of green coffee in Germany?
Your excellency, currently green coffee from Kenya sells at a rate between 7,54 USD and 15,21 USD per kg, ex Hamburg, given you buy one sack (offerlist of August 8, 2017, well renown dealer in Hamburg). A simple conclusion: Roasted Kenyan coffee at a price of ten euros in Germany is an impossibility.

What do Kenyan farmers really get out of their coffee?
Kenyan farmers would not be extremely happy about 50 cents for a kilogramm of coffee, but eventually it could be regarded as an income on the higher end, when you compare several years of trading it on. This, let us call it gross income, sees some deductions yet, when the cooperatives take out the debts the farmer owes them from accumulated years. You can already understand, that the farmer is condemned to passivity. Before he sees money, the cooperative has the right and opportunity to deduct something from it. The farmer is the last beneficiary in a long value chain. Sounds better than it actually is. To keep a literally long story short: He gets the leftovers several months after he had delivered his coffee at the gate to the industry.


The sword of the Minister is blunt
If someone wishes to buy Kenyan coffee in a shop in Germany, the asking price approximately starts at 25 euros. In the same moment, the Kenyan farmer is not getting 50 cents for a kilogramm on a regular basis. I assume that Minister Müller is in full control of his words and therefore, I have to ask who in the end is benefitting from this juggling with figures? Is it a coffee industry in Germany, that as a reaction starts throwing so-called special editions of Kenyan coffee on the market, while giving a promise to promote a social project somewhere around the world? Let us face the facts: To call a coffee Kenyan (one of the best options a coffee can be called), it only takes little, following the rules of German law. A small percentage in a pack of roasted coffee actually needs to be from Kenya. All the rest in this pack can be coffee of much lesser quality and price. Can this be called a bluff package? Let us all start calculating when purchasing coffee the next time. We are able to do so.

Fairtrade industry, Bio and resulting sales price
It sounds so nice, but where is the critical consumers making  his home-work, when it comes to to understanding where and how a price for a commodity, in this case coffee, is fixed? Correct, you have to go and check the commodity markets. First stop might be the Nairobi Coffee Exchange, every tuesday, open for the public. Furthermore, coffee is traded in very big stock exchange places around the globe. Pars pro toto let me mention New York. Let me introduce a keyword in connection with prices for coffee that everybody should research: Hedging. Physically most of the global coffee is stocked in gigantic warehouses in the freeport of Hamburg.

What to think of the two coffee evangelists Fairtrade and Bio?
I think whoever sees a personal advantage for himself should make good use of it. May it be virtual or real.

Personally, I can do very good without the two. On the other hand, what I regard as indispensable are quality, quality control and appropriate payments for the farmers. Neither do I regard Fairtrade nor Bio necessarily intertwined with these important factors of actual or future trade relations.


My genuine quality coffees: no Fairtrade, no Bio. And this is very good.

By the way, your excellency: What about Fairtrade on the governent level in Germany or Europe?

Catchword 2,19 Euro tax for roasted coffee per kg plus seven percent VAT on top
Dear Gerd Müller, be honest with your fellow citizens. Why holding back, when it comes to the not so fair behavior of the German government? Isn't it Germany that makes endless profits with each cup of coffee we Germans consume? Precisely speaking: 2,19 Euros per kilogram directly to the pockets of the Finance minister. Only a few countries stick to this old but awful tradition. Let us see who it is: Belgium (0,2479 Euro/kg), Denmark (approx. 0,85 Euro/kg plus 25% VAT), Latvia (approx. 1,37 Euro/kg), Norway (1,14% of customs value) and Switzerland (2% VAT).

Start becoming a fairtrader yourself, Mr Müller!
Go directly to your colleague, the Minister of Finance and start what you urge from others. Start acting fair. Send this money directly to the Kenyan farmers. Half of it in cash, with the other half start a foundation for Training, Marketing and Education for the farmers and their families. Do it on a local level in Kenya. While doing so, do not connect yourself to partners from the global industry of goodwilling people or power brokers. This could be your first step to become a fair trader, since the money would arrive to the extend of 100 percent, where it is needed.




Montag, 14. August 2017

Minister Gerd Müller am 28. August 2017 mal was fragen in Bad Tölz

Wie der lokalen Presse zu entnehmen ist, wird uns der Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung am 28. August 2017 auf Einladung der örtlichen CSU in Bad Tölz besuchen.

Welche Freude für die Bewohner im Oberland, bietet es doch Gelegenheit ein paar ganz einfache Fragen an ihn zu richten und möglicherweise sein Verständnis von Fairtrade, zum Beispiel im Kaffeehandel, besser verstehen zu können.

Ich erinnere mich noch an das Radiogespräch im Bayerischen Rundfunk, das er vor seinem Besuch in Kenia führte. Dabei liess er keine Gelegenheit aus zu betonen, dass wir alle gefordert seien bei dem Thema fairer Handel beziehungsweise gerechte Entlohnung der Kaffeebauern in Kenia. Es gehe nicht an, so der Minister sinngemäß, dass Kaffee hierzulande zehn Euro koste und die Bauern dort 50 Cent daraus erhielten. Nun, da werfen sich doch einige Fragen auf.

Vergleicht der Minister nicht Äpfel mit Birnen, wenn er am Beispiel kenianischer Kaffee von zehn Euro Verkauspreis zu 50 Cent Einkommen der Bauern spricht?

Was kostet Rohkaffee in Deutschland?
Herr Minister, kenianischer Kaffee kostet momentan im Einkauf als Rohkaffee hierzulande zwischen 7,54 USD und 15,21 USD ex Hamburg bei Abnahme eines Sacks, je nach Sorte pro Kilogramm (gemäß einer Offerliste vom 8.8.2017). Kaffee aus Kenia für zehn Euro Ladenpreis kann es demzufolge nicht geben.

Was bekommen kenianische Bauern tatsächlich als Entlohnung?
Kenianische Bauern wären, so glaube ich nach den Gesprächen, die ich führen kann, zwar nicht glücklich über 50 Cent für ein Kilo Kaffee das sie abliefern, aber es ist deutlich mehr als das, was man Ihnen tatsächlich bezahlt. Dazu kommen dann auch Kosten aus den Vorjahren für bereits erhaltene Leistungen der Kooperative. Ach ja, und bezahlt werden die Bauern Monate später. Nämlich dann, wenn klar ist wieviel übrig geblieben ist vom großen Reibach im Kaffeehandel.

Das Schwert des Ministers ist stumpf
Kenianischer Kaffee kostet hierzulande weit mehr als zehn Euro im Laden, nämlich rund 25 Euro und mehr und kenianische Bauern erhalten empfindlich weniger für ihre Produkte als 50 Cent. Wenn ich davon ausgehe, dass Minister Müller Herr seiner Sinne ist und seine Zahlen bei vollstem Bewusstsein hinausschleudert, dann frage ich mich, wem dieses Jonglieren mit den falschen Zahlen nützt? Eventuell einer Kaffeeindustrie, die dann als Reaktion Spezialeditionen mit kenianisch klingendem Namen auf den Markt wirft und dazu verspricht irgendein soziales Projekt auf diesem Erdball damit zu befördern? Nun, um einen Kaffee kenianisch nennen zu dürfen bedarf es weniger Prozent des Packungsinhalts mit diesen Bohnen. Die restlichen rohen Bohnen kosten so zwei bis drei Euro das Kilogramm. Wer rechnen kann, ist im Vorteil.

Fairtrade Industrie, Bio und zu erzielende Preise
Klingt alles super, aber wer hat sich schon mal Gedanken gemacht, wie der Preis für Kaffee zustande kommt? Genau, an einer bzw. an verschiedenen Börsen. Zunächst in Kenia, jeden Dienstag. Ist öffentlich und kann sich jeder anschauen. Kaffee wird weiterhin an einigen weiteren, großen Börsen gehandelt. Ich möchte an dieser Stelle stellvertretend New York nennen. Physisch lagert demgegenüber der meiste Kaffee dieser Welt im Hamburger Freihafen.

Was ist also von den Heilsversprechen Fair und Bio zu halten?
Ich denke, jeder sollte den Nutzen daraus ziehen, den er gerne daraus zieht. Sei er nun virtuell, sei er nun tatsächlich.

Für mich persönlich kann ich vollständig darauf verzichten. Worauf ich nicht verzichten kann, sind jedoch Qualität, Qualitätsüberprüfungen und eine angemessene Entlohnung der Bauern. Beides hat meines Erachtens nicht zwingend mit Fairtrade und Bio zu tun.


Meine sortenreinen Kaffees: kein Fairtrade- und kein Biosiegel. Und das ist gut so.




Ach ja, Herr Minister: Wie steht es denn mit Fairtrade auf staatlicher Ebene?

Stichwort 2,19 Euro Röststeuer je Kilo und dann noch 7% Mehrwertsteuer
Lieber Gerd Müller, schenken Sie den Menschen doch reinen Wein ein. Nämlich, dass der Staat bei jedem Kilo Kaffee kräftig mitverdient. Stolze 2,19 Euro/kg klingeln in den Kassen, selbstverständlich neben der Mehrwertsteuer. Ein Gebaren, das es sonst nur noch in Belgien (0,2479 Euro/kg), Dänemark (rund 0,85 Euro/kg plus 25% MwSt.), Lettland (rund 1,37 Euro/kg), Norwegen (1,14% des Zollwerts) und Schweiz (2% MwSt.) gibt.

Fordern Sie dieses Geld beim Finanzminister ein und handeln Sie selbst erst einmal fair. Senden Sie dieses Geld direkt an die Bauern in Kenia. Die Hälfte bar und die andere Hälfte in eine Stiftung für Bildungs- und Selbstvermarktungsprojekte. Direkt auf der lokalen Ebene, denn nur ohne Partner aus der staatlich gelenkten Gutmenschen-und Strippenzieherindustrie, kommt es zu 100% dort auch an. Das wäre ein erster Schritt.

Sonntag, 13. August 2017

On Kenyan Roads with my old Toyota Landcruiser FJ40 (J55)

After more than 10 years as a matatu regular, I was happy to buy this antique four-wheel car of 1976, which I started to call Monsterbaby after a short while. I had learnt the code of the Kenyan roads by heart, had fights with drivers and touts.

My dear Monsterbaby

Payback time - Danger! Ex-Matatu passenger
As a passenger in a 9-seater, I used many routes in and out of Nairobi in more than a decade, sharing my fate most of the time with 14 other sufferers: South B, when the journey started in front of Makutis, a joint which doesn't exist anymore. South C or Bellevue. Also from Westlands to University Way or along Ngong Road all the way to Juanco or in later years to Nakumatt Hyper, which was a much shorter trip. Famous also the various starting points, e.g. to get home to Kileleshwa, when I usually boarded somewhere around Tom Mboya Street: If I am not wrong it was next to Odeon Cinema? There are so many more routes I frequented, sometimes more, sometimes less. Now, I decided its payback time, although with a guzzler like this, I looked back to my ten to 25 bob rides on the Urvans, Hiaces or whatever came along the road.

A politician with an attitude
I saw my dream car a few years before already parked in a compound of a friend, now she was ready to sell at a reasonable price, what was the vehicle of the Minister of Agriculture in the 1970s. Here is the plot: I already saw myself, entering the villages, standing in the car, looking out proudly of the big space the opened safari roof had left for me. Then calling my road crew to throw a sack of maize in front of every villager, encouraging them to vote for me. "Kura kwa... ...Peter". I felt unbwogable.

Orange or Banana
No police would ever stop me, no money asked for continuation of my journey, nothing. Simply, respect and fear towards my huge automobile with its huge iron-cast bumpers, mounted especially for fighting and winning on the roads of Nairobi.
This is a statement!
Or in later years, when wearing a seatbelt came into fashion with the authorities, I approached the road blocks, looking for eye contact with the officer in charge, to understand whether he was from the Orange or the Banana camp, just to throw my fruitful password at him.

In and out of the workshop
Before all of my great experiences, I had to do some repairs, which were essential to a real gentleman on the road: A paintjob to refresh the worn-out white and green body and fresh upholstery to enjoy the ride in style. What was regarded as minor repairs could be done later or on the side, the brakes, new tyres and the carburetor. What is safety compared to style?

When you have a car like this, life starts again. You have friends, advisors and well-meaning other drivers at petrol stations, telling you about the good old days, when these Landcruisers mastered every pothole back home in a rural town or village. Also you can sell the car like five times a day, because almost everybody would like to have it to take it back home to have a transport for the elderly in a remote village. East, west, south or north.

My advice: If you are planning to repair a vehicle, listen to all of these people and then decide whether you want a cheap repair or a solid one. I decided for something in-between. So, I spent a lot of time and supervised on the progress of the minor problems as described above. For the style department on the other hand, I left everything to a few artists that were stationed somewhere behind Dagoretti Corner and in the workshops of Kariokor.



Samstag, 12. August 2017

My Comment on Bayern2 radioWelt interview, August 11, 2017, about elections in Kenya

What I wanted to add
With some excitement I have expected the interview with Prof. Dietmar Herz, who holds the chair for Comparative Government at the University of Erfurt, on this radio show of public German broadcast, namely of the state of Bavaria.

Annonced as expert for Kenya, one could expect some fresh knowledge of a studied insider about the country's affairs. Summarizing it, I can agree to almost all he forwarded in his analyis. This is possible, simply because he offered commonplace knowledge. A lot of newspaper infos and only little professorial opinion. The news content about the Kenyan elections of 2017 was manageable.

Photo by courtesy of Muhammad Mahdi Karim









I would like to add some completion to his meager comments, which I understand as necessary. In turn Prof. Herz was talking about the portent of the riots on the occasion of the 2007/08 elections. It was the wish in Kenya that these bloodshedding conflicts with more than 1,000 casualties would not repeat again. One could observe that young people are less and less interested in tribalism and the country was able to overcome it more and more. In my understanding both findings  are critical, because they are inapplicable and only offer a very shortsighted view on the matter.

Violence and the Elections of 2012/13
It seems as if  Prof. Herz has forgotten about the atrocities which orchestrated the elections five years ago, e.g. in Kisumu or at the coast. Yet we do not see the search for the reaons and we miss the serious efforts from the official side in Kenya to go to the roots of the problems and at least to introduce something like a minimal research, isn't it? Didn't we miss it after 2008, after 2013 and what will be the case after the current election is widely unclear, isn't it?

In the same moment conflicts are latent because of displacements in connection with the struggles. Still for more than 100000 displaced Kenyans there is no solution. The unrest during the 2012 elections saw innumerous persons of Kikuyu descent being expelled from the Western Kenya area, the homeland of the Luo population. One might call it tragic, but the culture of the Kikuyu does not allow a simple coming back of its own group members to the area in Central Kenya. A simple "I am back again" is not possible and cannot work in this society. There is no will or interest to share land and property. Once gone, forever gone is the motto. One also would have to consider the situation between displaced Kikuyus and Kalenjin, but this would be too far leading in this post.

What are the roots of the quarrels?
It was an expression of wishful thinking to simplify the problem and state that tribalism is disappearing, while the young generation is affirmative about eradicating it. Thinking about the roots, one realizes that tribalism is not the root, but only the blossoming plant on the surface, which we all can see. The roots are lying much deeper and are somewhat invisible for the quick reader. I am not claiming to have the full list, let me just highlight two aspects for the further discussion: the unemployment of the youth and the more or less traditional clashes for land between pastoralists and farmers.

Youth Unemployment
The antagonists are not tribalism versus young views. In a country, which has to fight with a high unemployment rate it is about the haves and the not-haves, it is about future against lack of prospects, it is about urban versus provincial. The young people are not stupid. They are sensitive and understand that jobs too often are distributed along ethnic lines. This creates disillusion.

On the other hand, with Kenya being a country on the upswing, part of this success story is its well trained young generation, also with an education and university diploma from Europe or North America. In the long run this might be the cause for trouble: they form the future generation  in Kenya with a fight against the hopeless trying to get a share of their hard earned money.

Mobilizing the youngsters during the violent clashes is not that much of a difficulty. Each political camp finds allies in rivaling youth gangs, who take sides depending on their own political or ethnic disposition. Look at the case of Kisumu and its protagonists American Marine favoring Raila Odinga and China Group, the supporters of Uhuru Kenyatta.

Traditional clashes in the struggle for land
These fights are legend. I was surprised not to hear about them during the radio show. Take for example the dispute between Pokomo, agriculturalists and the Orma, pastoralists in Tana River in 2012/13. The strategy of the politicians was to let it happen and a lack of activity by police to intervene and monitor. Several eyewitnesses of both camps, confirmed that politicians involved in the elections started collecting money to have finances for firing up the conflict. Sadly enough: scores of casualties and approximately 34000 displaced persons.

Most important factors for peaceful elections
Stereotypes alone will not do in this complex situation. In my understanding Kenya will never be completely free of incidents, such as described above. It should be recognized and understood what and who is behind the violent clashes to give it the correct framework. Education, steady jobs and financial stability of the people are key to the future development of this country. The peaceful collaboration of the different ethnic groups, which works almost perfectly in daily life, should be empowered through programs and educational work for the better understanding of the cultural and material needs of the other groups. This would be an investment in the future of this East African country.



Freitag, 11. August 2017

Mein Kommentar zum Bayern2 Radio Interview am 11.8.2017 zum Wahlausgang in Kenya

Was ich dazu noch sagen wollte
Gespannt habe ich auf das Interview mit Professor Dietmar Herz, dem Lehrstuhlinhaber für vergleichende Rechtslehre an der Universität Erfurt, gewartet. Er wurde als Keniaexperte angekündigt, man konnte also Einiges an frischem Insiderwissen erwarten. Alles in allem kann man dem Professor in seiner Analyse zustimmen. Dies ist nicht zuletzt deshalb möglich, weil er altbekannte Gemeinplätze nicht verlassen hat. Das war dann viel Zeitungswissen und wenig eigene Einschätzung. Keine wirklichen News in Bezug auf das spannende Thema kenianische Wahlen 2017.

Photo by courtesy of Muhammad Mahdi Karim








In einem Punkt seiner spärlichen persönlichen Kommentierung möchte ich jedoch Ergänzungen machen, die ich für notwendig halte. Sinngemäß hat Prof. Herz vom Menetekel der Ausschreitungen anlässlich der Wahlen 2007/08 gesprochen. Man wolle in Kenia, dass sich diese blutigen Auseinandersetzungen mit mehr als tausend Toten nicht wiederholen. Es sei auch zu beobachten, dass inzwischen der Tribalismus immer mehr überwunden würde und gerade junge Menschen davon nichts mehr wissen wollten. Diese beiden Einschätzungen halte ich für nicht zutreffend und sehr verkürzt.

Gewalttaten bei den Wahlen 2012/2013
Zum einem hat Prof. Herz scheinbar schon die blutigen Auseinandersetzungen im Umfeld der Wahlen fünf Jahre später, also 2012/13 vergessen, etwa in Kisumu oder an der Küste und eigentlich bedarf es immer noch einer Aufarbeitung der Ursachen. Wo sind da die ernsthaften Bemühungen von offizieller Seite zu sehen in Kenia an die Wurzeln zu gehen und zumindest Ursachenforschung zu betreiben? Das fehlte 2008, das fehlte 2013 und wie es nun nach diesen Wahlen aussehen wird, muss man erst noch lernen.

Gleichzeitig schwelen Konflikte in Kenia wegen der Vertreibungen, die im Zusammenhang mit diesen Auseinandersetzungen standen. Für mehr als 100000 vertriebene Kenianer im Land gibt es nach wie vor keine Lösung. So wurden bei den Unruhen zur Wahl 2012 zahlreiche Kikuyus aus dem Stammland der Luo Bevölkerung im Westen Kenias vertrieben. Tragischerweise lässt die Kultur der Kikuyu eine einfache Rückkehr der eigenen Gruppenmitglieder, sogar der eigenen Familienmitglieder nicht zu. Frei nach dem Motto, "hier bin ich wieder", funktioniert das eben nicht.

Es geht um ganz handfeste Ansprüche an Land und Besitz. Es ist schlicht und ergreifend kein Platz für Rückkehrer im Kikuyugebiet beziehungsweise gibt es überhaupt keine Bereitschaft Platz zu machen. Einmal weg, immer weg.

Was sind die Wurzeln der Auseinandersetzungen?
Es wäre schön, wenn man so einfach sagen könnte der Tribalismus ist am Verschwinden, jetzt kommen die jungen Leute, die das nicht wollen. Doch wenn man ein wenig über die Wurzeln des Tribalismus nachdenkt, merkt man schnell, dass das nicht die Wurzel ist, sondern auch nur die an der Oberfläche liegende Pflanze weit tiefer verästelter Ursachen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit möchte ich zwei Aspekte zur Diskussion stellen: die Jugendarbeitslosigkeit und traditionelle Auseinandersetzungen um Vieh- und Weideland.

Jugendarbeitslosigkeit 
Das Gegensatzpaar lautet eben nicht alter Tribalismus gegen junge Ansichten. In einem Land, das von hoher Arbeitslosigkeit geprägt ist geht es um Habende gegen Besitzlose, um Zukunft gegen Perspektivlosigkeit, um Stadt gegen Land. Die Jugendlichen sind nicht dumm. Sie sehen sehr wohl, dass Posten zu oft nach ethnischen Gesichtspunkten vergeben werden. Das ist desillusionierend.

Einschränkend muss andrerseits gesagt werden, dass Kenia durchaus ein aufstrebendes Land ist, mit gut ausgebildetem Nachwuchs, der teils seine Ausbildung im europäischen Ausland absolvierte. Aber genau das ist auf lange Sicht ein möglicher Schwachpunkt, denn sie sind die zukünftigen Habenden, die sich gegen die Besitzlosen wehren werden.

Die Mobilisierung von Jugendlichen an gewalttätigen Auseinandersetzungen ist so gesehen kein allzu großes Problem. Jedes politisches Lager findet darüber hinaus Verbündete in rivalisierenden Jugendgangs, die je nach politischer bzw. ethnischer Ausrichtung Partei ergreifen. So zum Beispiel geschehen in Kisumu mit den Protagonisten American Marine für Raila Odinga und China Group für Uhuru Kenyatta als rivalisierende Banden.

Traditionelle Auseinandersetzungen um Vieh- und Weideland
Diese Auseinandersetzungen sind Legende und es wundert mich eigentlich, dass sie beim Radiogespräch unerwähnt geblieben sind. Als Beispiel möchte ich hier die Auseinandersetzungen zwischen Pokomo, landwirtschaftende Bauern und Orma, Pastoralisten in Tana River nennen. Die eventuelle Strategie hier war jedoch Passivität und gewähren lassen, d.h. ein Unterlassen seitens der Politik die Polizei anzuweisen, diesen Konflikt zu schlichten. Die Berichte werden ergänzt durch Zeugenaussagen der rivalisierenden Gruppen, dass jeweils im Wahlkampf stehende Politiker der beiden Lager konspirative Treffen abgehalten hätten und dabei Spendensammlungen, mit dem Ziel die Kämpfe zu finanzieren, veranstaltet hätten. Trauriges Resultat: etliche Tote und etwa 34000 vertriebene Personen.

Die wichtigsten Faktoren für friedliche Wahlen
Man sieht an diesen zwei Beispielen ganz gut, dass es mit Stereotypen nicht getan ist. Meines Erachtens werden sich derartige Ereignisse in Kenia nie ganz ausschliessen lassen. Man sollte wissen wer oder was hinter gewalttätigen Ausschreitungen steckt, um es einordnen zu können. Bildung, Arbeit und finanzielles Auskommen sind wichtige Schlüssel in der zukünftigen Entwicklung Kenias. Das Miteinander der Volksgruppen, das in Kenia im Alltag ganz gut klappt, sollte durch Verständnis für die kulturellen und materiellen Bedürfnisse der anderen Gruppen ergänzt werden. Entsprechende Programme und Bildungsarbeit wären eine Investition in die Zukunft dieses Landes.