Montag, 21. August 2017

Volkskrankheit Diabetes und Kamelmilch

Bereits im beginnenden 21. Jahrhundert, also etwa um das Jahr 2000 herum, konnte ich Einblicke in ein Forschungsprojekt kenianischer und internationaler Ärzte und Tierärzte gewinnen: Kamelmilch als natürliches Medikament bei Diabetes Typ 1 und 2.

Copyright by Awle (aus Wikipedia)

Da Diabetes eine der größten Volkskrankheiten weltweit ist, würde hier das Potential für einen Exportschlager Nummer 1 aus Kenia liegen können. Die Forscher waren motiviert, man konnte gespannt sein: Wäre es möglich die Insulingaben durch Spritzen ganz einfach mit dem Genuss der Kamelmilch zu ersetzen? Übrigens: Kamelmilch schmeckt sehr gut, sogar ein wenig sahnig. Ich konnte es selbst ausprobieren und kann es nur empfehlen.

Wie ist man auf Kamelmilch bei der Diabetesforschung gekommen?
Den Wissenschaftlern war aufgefallen, dass Menschen aus dem angrenzenden Somalia nicht an Diabetes erkranken und begannen nach einer Ursache zu suchen. Relativ schnell kam man darauf, dass es die Kamele der somalischen Bauern waren, die mit ihrer Milch halfen, Diabetes aus dem Alltag der Menschen zu verdrängen.


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Kamelmilch ist schwierig für Massenmärkte zu produzieren
Da es nicht möglich ist in den Ländern der westlichen Welt unbegrenzt Kamelmilch zum täglichen Genuss bereit zu halten, musste man eine Methode finden ein Präparat zu entwickeln. Kamelstuten geben Milch wenn es Fohlen gibt. Auch sind die Damen nicht so leicht zu melken. Zum Anmelken benötigt man zunächst die Fohlen, dann geht das Melken wesentlich leichter.

Melken einer Kamelstute
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Nach einigen Jahren Forschungsarbeit  kam dann jedoch ein Rückschritt, eine echte Ernüchterung.

Um aus Kamelmilch ein massentaugliches Medikament herstellen zu können, wäre es nötig ein Medikament etwa in Tablettenform herzustellen. Dabei war man an eine Grenze gestoßen.  Bei der Herstellung von Tabletten musste die Kamelmilch erhitzt werden. Dabei schienen wichtige enzymatische Verbindungen zerstört zu werden.

Kurzum: es scheint nicht möglich zu sein ein Medikament aus Kamelmilch herzustellen. Die pharmazeutische Industrie wird sicher darüber nicht unglücklich sein. Vielleicht sollte sich jemand bemühen das Know-how zur industriellen Kamelmilchproduktion aus arabischen Ländern nach Europa zu importieren.





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