Freitag, 1. Juni 2018

Nur keine Panik: TÜV abgelaufen und Happy End mit einer kräftigen Tasse Kaffee aus Kenia

Alt, aber gut: Opel Astra G

Mein Auto ist alt und das ist gut so. Der Idealfall ist dann eingetreten, wenn ich die Motorhaube aufmache und an mehreren Stellen auf die Straße sehen kann. Nicht irgendein supertolles PS-Monster, das komplett verbaut ist, sonder schöne, solide mechanische Teile, ein wenig Elektrik und viel Enthusiasmus immer wieder mal die Flüssigkeiten zu checken, gegebenenfalls zu wechseln. Und vor allem: in der Lage sein selbst noch was zu reparieren und nicht für jedes kleine Lämpchen zum Fachhändler müssen, das halbe Auto zerlegen und dann sündteure Birnchen für summa summarum geschätzte 250 Euro auswechseln. Dann schon lieber alles selber machen und dabei leckersten Kaffee geniessen (zum Beispiel vom gesparten Geld) und sich sozusagen permanent selbst belohnen.

Moderne Kfz und unsere Gesetzgebung: man kann nur den Kopf schütteln

Ok, Innovationen sind wichtig. Aber unser Gesetzgeber drückt im Sinne der Automobilindustrie beide Augen zu, wenn es um sicherheitsrelevante Teile geht.

Anders kann ich mir nicht erklären, dass es die oben beschriebenen Lämpchen und Lösungen gibt. Angenommen, mitten in der Nacht fällt bei meinem Fahrzeug auf einer dunklen und unübersichtlichen Landstrasse ein Scheinwerfer aus. Genau dann muss es mir doch möglich sein, schnell und unkompliziert das Birnchen auszuwechseln. Licht ist doch ein absolut sicherheitsrelevantes Teil. Weshalb man hier unbedingt Hightech benötigt, soll mir mal einer erklären, wenn man damit keine Lösung für die beschriebene Situation hat?

Gesetzgebers Wille: Rotte Bremsleitungen statt nichtrostende Sicherheitsgaranten

Auch so ein Teil, wo man nur den Kopf schüttelt. Weshalb schreibt der Gesetzgeber nicht vor - zumindest als aufpreispflichtiges Extra - nichtrostende Bremsleitungen aus Edelstahl zu verbauen?

Ich bin überzeugt, dass der Aufpreis bei einer Massenfertigung überschaubar bleibt und sehr viele Autofahrer gerne so ein sinnvolles Extra dazu bestellen.


TÜV abgelaufen, was nun?

Diese grüne Plakette im Mai 2018 ist nach einer Hauptuntersuchung (HU) leider nicht das Traumergebnis.

Denn auf ihr steht zu lesen: Fälligkeit im April 2018. Oder ganz banal: es wurden Mängel fest gestellt. Eine Nachuntersuchung ist fällig.

Gott sei Dank ein altes Auto: Die Reparaturen halten sich in Grenzen. Bis auf die Bremsleitungen hinten, die ich dann doch lieber vom Fachmann machen lasse, sollten die restlichen Mängel schnell behebbar sein.

Als da wären: Bremsscheiben, Bremsbeläge, Spurstangenköpfe.



Kriterium bei der Hauptuntersuchung - das Tragbild der Bremsscheiben

Obwohl am Bremsenprüfstand alles in Ordnung war, gab es doch die folgende Beanstandung: bei beiden Bremsscheiben Tragbild mangelhaft (erheblicher Mangel: EM). Im ersten Moment ein wenig unverständlich. Hat man die Bremsscheiben dann ausgebaut, kann man mit dem Befund EM ganz gut leben.



Das ist das benötigte Werkzeug für die Reparatur von Bremsen und Spurstangenköpfen (und viel Geduld beim Lösen der Schrauben): 




Und so sehen die alten Teile aus: einer der beiden ausgeleierten Spurstangenköpfe, abgenutzte Beläge (obwohl die noch ok gewesen wären, alle vier getauscht) und die beiden beanstandeten Bremsscheiben.



Nach dem Einbau der neuen Bremsleitungen durch die Fachwerkstatt, erneute Vorführung beim TÜV. Man sollte sich da nicht stressen lassen und meine persönliche Erfahrung war in Ordnung. Die Prüfer machen halt ihren Job und helfen mir mit einer Bestandsaufnahme meines Opel Astra.


Hauptuntersuchung § 29 STVZO (Nachprüf.)
Ergebnis: ohne festgestellte Mängel








Und dann gibt es zu meiner Erleichterung jetzt auch die richtige Plakette in blau für Mai 2020. Schöne Farbe!






Neuer TÜV und frischer Kaffee passen hervorragend zusammen

Da sollte man sich dann ruhig ein gutes Tässchen Kaffee brühen und sich freuen, dass man ein älteres Fahrzeug auf der Strasse gehalten hat. Ein Fahrzeug, das genau das tut was es soll: es bremst und fährt. Was will man mehr?


Kein Stress mit dem TÜV und den Kaffee erst
 fünf Minuten in der French Press ziehen lassen
Noch mal in Ruhe den alten Bericht anschauen, mit dem neuen Papier vergleichen, den Kaffee in die Tasse gießen und dann Genuss pur: der überaus bekömmliche, starke kenianische Top Projektkaffee von Pamoja Gemein.gut Kaffee.


Ist doch alles kein Problem: der TÜV
wäre gemeistert für dieses Mal















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