Sonntag, 20. August 2017

Die Nebelfänger von Awasi

Mit Hitechmatten Wasser aus der feuchten Luft gewinnen - ein Weg für den wasserarmen Westen Kenias?
Eine Methode zur Ausnutzung der Naturkräfte macht sich eine Hitechfolie zunutze, die von der ITV Denkendorf Produktservice GmbH, vormals ITV Denkendorf GmbH, in mehreren Stufen entwickelt wurde. Mein persönlicher Kenntnisstand stammt aus dem Jahr 2011, es ist deshalb möglich, dass sich die von mir besprochenen Folien inzwischen auf einem höheren technischen Niveau befinden.

Durch einen Bericht bin ich auf die Arbeit dieses Instituts aufmerksam geworden. In dieser Reportage wurde berichtet, dass mithilfe von Matten, die man sich vom Aussehen her wie große Gummimatten vorstellen kann so wie sie etwa im Eingangsbereich großer Gebäude ausgelegt sind, Wsser aus der Umgebungsluft gewonnen werden kann.

Nach einem ersten Anruf im Institut wurde ich mit Dr. Jamal Sarsour verbunden, der bei der Entwicklung maßgeblichen Einfluss hatte. Er berichtete mir von ganz guten Erfolgen in Lateinamerika, vornehmlich in den Anden und in Höhen von bis zu über 4000 Metern.

Es sei möglich durch diese Technologie die täglichen Wasservorräte für alle Bewohner der Testregionen zu gewinnen. Es gebe durchaus einige Voraussetzungen zum Gelingen: normale bis hohe Luftfeuchtigkeit, sowie Wind, der die feuchte Luft durch das Hitechgewebe regelrecht treibe und beschleunige, so dass am Ende aufgrund der gezielten Verwirbelungen Wasser kondensiere, das man in einer Ablaufrinne auffangen und zum Gebrauch sammeln könne.

Phantastisch - Wir kamen überein, dass Dr. Sarsour mir zwei verschiedene Matten schicken würde. Die neueste Entwicklung sowie etwas mehr Material einer Vorgängerserie, die nahezu genauso effizient sein würde. 


Der Nebelfänger im ersten Feldversuch im November 2011 in Oberbayern

Wie auf dem Foto zu sehen ist, konnte ich den Nebelfänger zuhause ausprobieren. Es gab einen ansehnlichen Ertrag an Wasser von etwa einem Liter nach einer kalten Frostnacht. Wegen des andauernden Frosts bildeten sich Eiskristalle in der Struktur, sonst wäre sicherlich mit mehr Wasser zu rechnen gewesen. Das Bild zeit die neuere Version des Nebelfängers. Die Struktur muss man sich wie viele ineinander verwobene Wirbel vorstellen. Nach Kenia habe ich dann dickere, schwarze Matten mitgenommen, die noch nicht ganz so filigran ausgearbeitet waren. 

Ich gab sie meiner Kontaktperson Emmanuel Mbeche, der sie dann an drei verschiedenen Orten in und um Awasi aufstellte. Leider konnte ich nicht so lange bleiben um die Testreihe bis zum Schluss mit zu verfolgen.

Später im April 2012 teilte mir Emmanuel Mbeche dann mit, welche Ergebnisse er erzielt hatte. Leider war der Nebelfänger in Awasi, im Westen Kenias nicht so erfolgreich wie in Südamerika.
Die Ursache hierfür liegt im Mangel an Wind. Es ist feucht in der Region um den Lake Victoria und es wäre wunderbar, wenn man diese Feuchtigkeit der Luft entziehen könnte. Über den Zeitraum mehrerer Wochen wehte jedoch maximal ein laues Lüftchen, das den Turbo einfach nicht zum Laufen brachte. 

Mit diesem Ergebnis habe ich dann noch ein abschliessendes Gespräch mit Dr. Sarsour von der ITV Denkendorf GmbH geführt, der zu dieser Problematik leider auch keine Lösung parat hatte.

Meinem Ziel eine verlässliche Wasserversorgung nach Awasi zu bringen bin ich leider nicht näher gekommen. Aber ich gebe nicht auf.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen